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Drei Wünsche

Veröffentlicht März 5, 2026
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„Sag mir: Wenn du einen Wunsch frei hättest, der die Welt, in der du lebst, verändern würde, welcher wäre das?“

Ich musste einen Moment überlegen, um eine gute Antwort zu finden.

Wir alle könnten uns einen Wunsch für persönlichen Wohlstand und ein glückliches Ende ausdenken. Aber es gibt nur eine Antwort, die unser Leben in Israel verändern würde.

„Ich würde mir wünschen, dass israelische Juden in Israel die gleichen Freiheiten hätten wie israelische Araber und Touristen.“

Ja, ihr habt richtig gelesen. Während Israelfreunde die einzige Demokratie im Nahen Osten loben, in welcher persönliche Freiheit großgeschrieben wird, entspricht diese Realität nur teilweise der Wahrheit.

Ironischerweise genießt laut Gesetz jeder in Israel Religionsfreiheit – außer den Juden. Gott sei Dank könnte man das ändern.

Gebt mir drei Wünsche frei, und ich kann das möglich machen. Staatsbürgerschaft, Kommunikation und Versammlungen. Ein Wunsch für jede Kategorie. Lasst mich das erklären. 

1.    Heimatlos

Mein erster Wunsch wäre es, allen Juden die Staatsbürgerschaft zu gewähren.

Das Rückkehrgesetz wurde als eines der grundlegenden Ziele des Staates Israel verabschiedet. Israel sollte ein sicherer Hafen für alle Juden sein, die weltweit unter Diskriminierung, Verfolgung oder versuchtem Völkermord zu leiden hatten.

Kritiker des heutigen jüdischen Staates sagen gerne: „Ohne den Holocaust gäbe es heute kein Israel“, womit sie andeuten, dass Israel keine historische Legitimität habe und ohne das Mitgefühl der Weltpolitiker am Ende des Zweiten Weltkriegs niemals die politische Unterstützung erhalten hätte, um ein Staat zu werden.

Darauf hat Israel erwidert: „Hätte es Israel gegeben, hätte es keinen Holocaust gegeben.“

Beim Aufbau eines neuen Staates, der Juden aus aller Welt zurückholen wollte, war die schwierigste Frage: „Wie kann jemand nach 2000 Jahren Exil bestimmen, wen man als Juden bezeichnet?“ Ganz einfach: Nach dem Nazi-Standard.

Gemäß den Nürnberger Gesetzen, in denen die Politik der Nazis festgelegt wurde, war ein „Jude“ eine Person mit einem Elternteil, Großelternteil oder sogar Ehepartner (!) jüdischer Abstammung, unabhängig davon, ob diese ihre Religion ausübten oder nicht. Dieser Standard war dank Vorreitern wie Wilhelm Marr ohne Wenn und Aber unveränderlich.

Wilhelm Marr (Wikimedia Public Domain)

Wilhelm Marr, der Ende des 19. Jahrhunderts die Liga der Antisemiten gründete (und damit den Begriff populär machte), war fest davon überzeugt, dass Juden eine problematische Rasse seien. Er bestand darauf, dass ihnen nicht erlaubt werden sollte, sich durch Assimilation in die Gesellschaft oder Konversion zu einer anderen Religion „auszuklinken“. Als Hitler an die Macht kam, hatten seine Anhänger die Aufgabe verstanden: Es war die genetische Veranlagung des jüdischen Volkes, die die Erde kontaminierte.

Israel übernahm zunächst diesen allgemeinen Standard. Denn wer unter die nationalsozialistische Definition eines Juden fiel, musste geschützt werden. Leider passte Israel seine Definition jedoch schnell an, um der Religionsausübung Vorrang vor der ethnischen Zugehörigkeit einzuräumen.

Das Jahr 1962 ist bekannt für das Urteil des Obersten Gerichtshofs gegen „Bruder Daniel“, einen jüdischen Mann, der während des Krieges Teil einer religiösen zionistischen Bewegung war, sich als Nichtjude ausgab und etwa 300 Juden zur Flucht in die Sicherheit verhalf. Irgendwann floh er selbst und versteckte sich in einem Kloster, wo er später zum Katholizismus konvertierte und Mönch wurde.

Anstatt Verständnis dafür zu zeigen, dass viele junge Juden in christlichen Gemeinschaften versteckt waren und durch diese Erfahrung geprägt sein mussten, fügte Israel dem Gesetz eine Ergänzung hinzu, wonach ein Jude, der „die Religion wechselt“, seinen Anspruch auf das Rückkehrrecht verliert.

Als Bruder Daniel schließlich versuchte, einzuwandern, war die Ablehnung durch Israel umso herzloser, als er zunächst seine polnische Staatsbürgerschaft aufgeben musste, um überhaupt nach Israel einreisen zu dürfen.

“Bruder Daniel” mit seiner Schwägerin

Kein Zuhause

Bruder Daniel ist nicht der Einzige, der auf diese Mauer der Gleichgültigkeit seitens der israelischen Regierung gestoßen ist.

Erst 2014 sorgte der bemerkenswerte Fall des Holocaust-Überlebenden Jakub Weksler-Waszkinel für Schlagzeilen, weil der Staat Israel ihm nach jahrelangen Rechtsstreitigkeiten schließlich die Staatsbürgerschaft gewährte, sich jedoch weiterhin weigerte, ihn als Juden anzuerkennen.

Jakub war während des Zweiten Weltkriegs nur wenige Monate alt, als seine jüdische Mutter ihn an ein katholisches Ehepaar abgab, das sie kaum kannte.

„Du bist eine christliche Frau“, flehte seine Mutter, „du hast mir gesagt, dass du an Jesus glaubst – er war Jude! Nimm meinen Sohn. Rette ein jüdisches Baby im Namen dieses Juden, an den du glaubst. Dieser Kleine wird einmal Priester werden und die Menschen lehren. Du wirst sehen.“

Das katholische Ehepaar hatte nicht einmal eine eigene Wohnung; sie mieteten ein Zimmer, was natürlich das Risiko erhöhte, erwischt zu werden. Aber sie nahmen ihn auf. Das geschah so überstürzt, dass sie nicht mal seinen Namen erfuhren. Sie zogen ihn wie ihr eigenes Kind auf, was bedeutete, dass sie ihn als Säugling taufen ließen. Er wuchs tatsächlich zu einem Priester heran und lehrte Philosophie an der Universität von Lublin.

Jakub wurde adoptiert und von der einzigen Familie, die er je kannte, katholisch erzogen.

Jakub erinnerte sich daran, dass er als Kind anders aussah als seine Eltern und dass manche Leute „dreckiger jüdischer Bastard“ riefen. Er wusste nicht, was „Jude“ bedeutete, und seine Mutter sagte ihm, er solle „die Kommentare von Betrunkenen ignorieren“. Erst als er 35 war, gestand Jakubs Adoptivmutter ihm schließlich, dass sie nicht seine Mutter war und dass er als Jude geboren worden war.

Von diesem Zeitpunkt an war Jakub hin- und hergerissen. Er konnte den einzigen Glauben, den er jemals gekannt hatte, nicht leugnen – aber er konnte sich auch seinem jüdischen Erbe nicht widersetzen.

Es dauerte Jahre der Recherche, um Informationen über seine Familie aufzuspüren. Im Alter von etwa 50 Jahren verfolgte Jakub winzige Informationsbrocken über seine Familie und besuchte Israel zum ersten Mal. Er erfuhr, dass seine leibliche Mutter Batia in den 1930er Jahren Vorsitzende einer zionistischen Organisation war.

Er erfuhr, dass auch sein älterer Bruder Samuel zusammen mit einer Zahlung an eine Familie abgegeben worden war, damit sie ihn versteckte. Doch diese Familie gab Samuel schließlich an seine Eltern zurück, behielt aber das Geld. Nicht lange danach wurden Jakubs Mutter, sein Vater und sein Bruder Samuel in Vernichtungslager deportiert. Alle drei kamen dort ums Leben.

Von dem Moment an, als Jakub seinen Fuß in Israel setzte, wollte er nicht mehr weg. Er besuchte Synagogen und nahm die jüdischen Traditionen um sich herum in sich auf. Er traf sogar einige Mitglieder seiner erweiterten Familie. Endlich gehörte er irgendwo hin. Er war zu Hause.

Dennoch fühlte er sich zunächst dazu berufen, mit einer Mission nach Polen zurückzukehren. Er wollte seine Lebenserfahrung und sein Verständnis nutzen, um Brücken zwischen Katholiken und Juden zu bauen. Schließlich überwog seine Sehnsucht nach Israel alle anderen Wünsche und er zog nach Israel. Jakub reichte seine Unterlagen ein, die seine jüdische Abstammung und die dokumentierte Ermordung seiner Familie im Holocaust belegten. Damit begann der Kampf.

Israel lehnte seinen Antrag auf Alija (Einwanderung) ab.

„Sie sind kein Jude“, erklärte Israel. „Sie sind zum Katholizismus konvertiert und haben daher gemäß dem Rückkehrgesetz keinen Anspruch mehr auf die Staatsbürgerschaft.“ Dass seine Familie ermordet wurde, weil sie Juden waren, spielte keine Rolle. Dass er zusammen mit ihnen ermordet worden wäre, wenn er nicht von Nichtjuden adoptiert worden wäre, war offenbar ebenfalls irrelevant.

Jakub erklärte, dass er katholisch erzogen worden sei und sich nie freiwillig von seinem jüdischen Erbe abgewandt habe. Israel gewährte ihm zwar schließlich die Einbürgerung, erkannte ihn jedoch nie als das an, was er war – ein Nachkomme Abrahams, Isaaks und Jakobs. Ein Erbe des Bundes. 

Es gibt nur eine Handvoll kleiner, privat geführter Buchhandlungen wie diese, in denen man in Israel ein Neues Testament erwerben kann.

2. Zum Schweigen gebracht

Mein zweiter Wunsch wäre eine öffentliche Stimme zu haben.

Trotz aller Bemühungen, die religiösen Ansichten der Juden zu kontrollieren, ist Israel theoretisch immer noch ein freies demokratisches Land. Und da sich die Bevölkerung Israels alle paar Jahrzehnte verdoppelt (mit Wellen von Juden, die um ihr Leben fliehen), „schlüpfen“ zwangsläufig eine ganze Reihe jüdischer Gläubiger durch. Darüber hinaus entdecken viele Juden Jeschua, sobald sie hier leben.

Wie bringen die religiösen Autoritäten in Israel die jüdischen Gläubigen zum Schweigen? Wie verhindern sie wirksam die Verbreitung der Botschaft von Jeschua, ohne die Millionen von Christen zu verärgern, die jedes Jahr zu Besuch kommen?

Ganz einfach. Man hebt hervor, wie willkommen Jesus in Israel ist – in jeder Sprache außer Hebräisch.

Ich erinnere mich, dass ich als Kind an einer Konferenz eines berühmten internationalen Predigers teilgenommen habe. Israelische Unternehmen empfingen mit offenen Armen Tausende christlicher Touristen, die in einem großen Auditorium zusammenströmten, um den Mann über Jesus, Zeichen und Wunder predigen zu hören. Niemand, der an dieser Versammlung teilnahm, wusste, dass die gesamte Veranstaltung beinahe abgesagt worden wäre, weil der Prediger eine hebräische Übersetzung haben wollte. Das Hebräische wurde weggelassen, und die Versammlung fand wie geplant statt.

Ein aktuelles und noch eklatanteres Beispiel dafür ereignete sich vor einigen Jahren, als eine Sendelizenz für einen messianisch-hebräischen Fernsehsender namens „Shelanu” (was „Unser” bedeutet) genehmigt wurde. Der Jubel unter den israelischen jüdischen Gläubigen kannte keine Grenzen! Was für ein Durchbruch! Endlich würden wir die Möglichkeit haben, unsere Überzeugungen zu verbreiten – und wer das nicht hören wollte, konnte einfach den Sender wechseln.

Die Feierlichkeiten waren jedoch nur von kurzer Dauer, als orthodoxe jüdische Beamte die „Farce“ entdeckten und erklärten, die Lizenz sei irrtümlich erteilt worden, da man dachte, es handele sich um einen weiteren englischsprachigen christlichen Sender. Die Lizenz wurde widerrufen, bevor der Sender überhaupt auf Sendung ging. 
Die Botschaft ist klar. Es darf keine Sendung oder Werbung im Fernsehen oder Radio geben, in der Israelis etwas über Jeschua erfahren können.

Die religiöse Kontrolle über den öffentlichen Raum zeigt sich darin, dass bei Initiativen wie das einfache Anbringen des Namens Jeschua in der Öffentlichkeit, dieser innerhalb weniger Stunden oder Tage unweigerlich entfernt wird.

Und es geht nicht nur um Fernseh- und Radiosendungen, sondern auch um gedrucktes Material.

Während man für intellektuelle Studien alles finden kann, angefangen vom Koran bis hin zu Büchern über den Teufel selbst, findet man in keiner größeren Buchhandlung in Israel ein Neues Testament oder Kommentarbücher über Jeschua.

Das ist absichtliche systematische Zensur. Wir wissen das. Maoz hat Hunderte von Bibeln und Buchtitel, die ins Hebräische übersetzt wurden und die diese Buchhandlungen nicht führen wollen.

Religiöse Juden protestieren vor einer Veranstaltung, bei der internationale Christen zusammen mit lokalen messianischen Juden Sukkot (Laubhüttenfest) feiern. Die Botschaft: Juden, die an Jeschua glauben, sind nur getarnte Christen, die eine Bedrohung für echte Juden darstellen.

3. Ausgegrenzt

Als letzten Wunsch würde ich darum bitten, dass wir uns wie alle anderen auch versammeln dürfen.

In Israel kann man sich für praktisch jeden Anlass versammeln und demonstrieren. Hochzeit? Bar Mitzwa? Geschäftstreffen? Konferenz über Islam, Atheismus oder Hare Krishna? Homosexuellen Parade?

Ja, für all das. Tatsächlich kann ein Unternehmen verklagt werden, wenn es sich weigert, eine homosexuelle Hochzeit auszurichten, aber für messianische Juden gibt es keinen solchen Schutz.

Fast jede messianisch-jüdische Gemeinde in Israel hat ihre eigene Geschichte von „damals“, als sie versuchte, ein Gebäude zu mieten, und dann wegen irgendwelcher rechtlicher Formalitäten oder Gebäudevorschriften, die nur sie einhalten musste, schikaniert, belästigt oder geschlossen wurde.

Es ist nicht selten, dass ein Hotel sich weigert, eine messianisch-jüdische Konferenz zu beherbergen, während es eine christliche Konferenz gerne aufnimmt. Es ist nicht ungewöhnlich, dass eine israelische Gemeinde versucht, eine Immobilie zu kaufen, nur um dann durch rechtliche Schritte einer von der orthodoxen jüdischen Gemeinde kontrollierten Stadtverwaltung daran gehindert zu werden. Es ist nicht verwunderlich, wenn plötzlich Geldstrafen oder Steuernachzahlungen gegen eine Lokalität verhängt werden, an der sich jüdische Gläubige treffen, um sie zum Umzug zu bewegen. Und es ist auch nicht ungewöhnlich, dass ultraorthodoxe Aktivisten vor Versammlungsorten stehen und die Teilnehmer fotografieren, um herauszufinden, wer sie sind, und um zu sehen, wie sie ihnen das Leben schwer machen oder neue Gläubige abschrecken können.

Yaron Lischinsky & Sarah Milgrim

Im Stich gelassene Juden

Es ist bedauerlich, dass die Identität der Juden heute eher als Frage der Meinung, denn als historische Tatsache betrachtet wird. Das größte Dilemma dabei ist jedoch, dass eine Welt, die das jüdische Volk hasst, sich nicht darum schert, was die israelische Regierung denkt. Ein Beispiel dafür sind Yaron Lischinsky und seine Verlobte Sarah Milgrim, die Vertreter der israelischen Botschaft waren. Sie wurden in Washington D.C. ermordet, weil sie Juden waren – obwohl das israelische Recht aufgrund von Präzedenzfällen ihr „Jüdischsein” bestreiten würde, da sie offen an Jeschua glaubten.

Was passiert mit abgelehnten Juden, die im Ausland leben, wenn sich die Welt gegen sie wendet? Wohin sollen sie gehen?

Ich wünsche mir drei Veränderungen in unserer Gesellschaft. Aber mein Gebet ist eigentlich, dass Israels Politiker die Juden als das anerkennen, was sie sind – ein Volk. Eine Volksgruppe. Eine genetische Geschichte. Die Kinder eines berühmten Mannes. Und vor allem – der solideste, unbestreitbarste, wissenschaftlichste Beweis für Gottes ewige Treue.

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