Juni 2019

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Juni 2019 2019-06-10T09:01:43+00:00

VATER DER MODERNEN HEBRÄISCHEN SPRACHE TEIL 6: DAS SCHICKSAL VON ELIEZER BEN YEHUDAZWEI SCHRITTE VORAN, EIN SCHRITT ZURÜCK

0319 - First Committee for Hebrew Language

Eliezer Ben Yehuda erkannte im Voraus die Notwendigkeit eines Komitees, das die entstehende moderne Hebräische Sprache überwacht, da kontinuierlich tausende Wörter dem begrenzten Wortschatz vom Anfang des 19. Jahrhunderts hinzugefügt werden sollten. Dieses Komitee sollte auch die richtige Aussprache bestimmen, da die wenigen Tausend hebräisch-sprechenden Juden Palästinas aus verschiedenen Ländern kamen und daher verschiedene Akzente hatten. Ben Yehuda gründete 1912 „The Hebrew Language Council“ (Rat der Hebräischen Sprache), der 1953 zur „Academy of Hebrew Language“ wurde, und heute die oberste Institution der Forschung der Hebräischen Sprache ist.

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Als Theodor Herzl, der als Vater des modernen Israel gilt, im Jahr 1904 starb, verfiel Eliezer Ben Yehuda in tiefe Trauer. Ben Yehuda hatte schon fast 25 Jahre lang von einem jüdischen Staat geträumt und dafür gearbeitet, bevor Herzl am Zionistischen Horizont erschien. Trotzdem war Herzl sein Leiter – der Mann, der das jüdische Volk zurück ins Heimatland führen konnte.

Eliezer hatte zwar schon 1878 seinen ersten leidenschaftlichen Aufruf „A Burning Question“ (Eine brennende Frage) geschrieben, mit dem er die jüdischen Menschen aus der Diaspora aufrief, nach Hause zu kommen. Aber die Juden waren nicht nur zerstreut; in vielerlei Hinsicht waren sie eigentlich keine Volksgruppe. Sie sprachen unzählige verschiedene Sprachen und Dialekte, sie waren auf der ganzen Welt zerstreut und viele jüdische Führungskräfte des 19. Jahrhunderts plädierten eindringlich dafür, dass die Juden sich einfach dort wo sie leben anpassen sollten, um weitere Verfolgung zu vermeiden.

Es war Herzl, der 1896 den Weckruf brachte, der in der ganzen Welt ertönte. Er warnte, dass es keine andere Lösung gab, sein Volk vor der Ausrottung zu bewahren, als die Rückkehr in ihr uraltes Heimatland. Aber sogar Herzl lachte über Ben Yehudas brennende Leidenschaft, die Hebräische Sprache wieder zum Leben zu erwecken, damit sie als Katalysator zur Schaffung der neuen Nation beiträgt. Für Herzl war die Wiederbelebung einer toten Sprache einfach so weit weg von jeglicher Chance, dass er davon überzeugt war, Deutsch wäre die beste Sprache für einen neuen jüdischen Staat.

Als Eliezer über den Tod von Herzl nachdachte, reflektierte er über seine eigene Situation. Er realisierte, dass er im letzten Viertel-Jahrhundert eigentlich sehr wenig erreicht hatte, außer, dass er und seine zweite Frau und sechs von seinen 11 Kindern am Leben waren. Sie sprachen alle fließend Hebräisch. Aber die Wahrheit war, dass es nur ein paar hundert Menschen in ganz Israel gab, die fließend Hebräisch sprachen.

ER WUSSTE, DASS ER VERSAGT HATTE

Eliezer verlor jede Hoffnung. Seine Frau Hemda erwischte ihn sogar, wie er dabei war, sein ganzes Manuskript für den ersten Band seines Hebräischen Wörterbuches zu verbrennen! Sie schrie laut, und er ließ die Zündholzschachtel fallen.

Heutzutage nennt man sowas einen Nervenzusammenbruch. Er sagte zu Hemda: „Ich weiß, ich hab einen Fehler gemacht, es überhaupt zu versuchen [die Wiederbelebung des Hebräischen]. Wäre es kein Fehler, wäre der Widerstand nicht so groß gewesen.“ Er wollte sterben.

Aber Hemda schrie: „Und was ist mit dem großen Vermächtnis, das du hinterlassen würdest, wenn du das erste Hebräische Wörterbuch der Welt erschaffst? Was ist mit der ganzen Arbeit, die du getan hast, seit du nach Israel gekommen bist?“

„Was ist das Leben noch wert, wenn ich meinem Volk nicht dienen kann?“ antwortete er. „Sie lassen sich nicht helfen! Wofür ist die Hebräische Sprache gut, wenn sie keiner will? Was nützt dann ein Wörterbuch? Wer wird es benutzen?“

Und da war nicht nur die Enttäuschung darüber, dass so wenig Menschen die existentielle Notwendigkeit der Hebräischen Sprache erkannten, um sein Volk zu vereinen. Die Familie Ben Yehuda war auch tief verschuldet und ohne vorhersehbare Möglichkeit, ihren besorgten Gläubigern die Schulden zu bezahlen.

HEMDA MACHT SICH AUF DIE REISE

Nach diesem Gespräch entschied Hemda, sich auf den Weg nach Europa zu machen, und nach Gönnern zu suchen, die die Veröffentlichung des 1. Bandes von Ben Yehudas Wörterbuch finanzieren. Sie hatte sehr wenig Geld und war sich dessen sehr bewusst, dass es so gut wie kein Interesse daran gab, dass Hebräisch die gesprochene Sprache in Israel wird. Aber die Frau war brillant. Zuerst besuchte sie Budapest, wo sie einen berühmten Gelehrten, einen Orientalisten traf, mit dem Eliezer Briefkontakt gehabt hatte.

Der Professor und drei seiner Kollegen verbrachten eine ganze Woche damit, das Manuskript zu begutachten. Was war ihr Urteil? „Ben Yehuda bringt den bedeutendsten Beitrag seiner Generation für die Sprachwissenschaft.“ Jetzt hatte sie eine Perspektive, an die keiner gedacht hatte – wissenschaftlicher Wert.

Mit diesen Empfehlungen ergatterte sie in Berlin ein Treffen mit der berühmten Langenscheidtschen Verlagsbuchhandlung, einem Traditionshaus, das auf die Veröffentlichung von Wörterbüchern spezialisiert ist. Dieses prominente Haus versprach, dass sie das Projekt übernehmen, wenn Ben Yehuda sich um das Schriftsetzen kümmert. (Auch wenn sie so berühmt waren, hatten sie offensichtlich keine hebräischen Schriftsetzer.)

Allerdings musste Hemda immer noch das Geld für die Publikation besorgen. Sie reiste durch ganz Europa und klopfte an die Tür der reichen jüdischen Professoren und Geschäftsleute. Sie war eine attraktive Lady Mitte dreißig. Außerdem war sie überzeugend und entschlossen. Nach viereinhalb Monaten schaffte sie es, das Geld im Wert von 2.000 $ zu sammeln – genügend für Band 1.

SEINE LEIDENSCHAFT WIRD ERNEUERT

Als Ben Yehuda das Telegramm über Hemdas Erfolg erhielt, schrieb er zurück: „Ist das alles wahr, oder werde ich aufwachen und herausfinden, dass ich nur geträumt habe?“ An seinem fünfzigsten Geburtstag begann er mit dem Schriftsetzen von Band 1 seines Wörterbuches. Und jetzt arbeitete er mit einem neu entbrannten Feuer in seiner Seele.

Es wurde zu ihrer Routine, jedes Mal ganz Europa zu durchkreuzen und um finanzielle Unterstützung zu bitten und zu flehen, sobald ein neuer Band fertig war. Hemda musste jedes Mal monatelang die Kinder mit ihrer Schwiegermutter zurücklassen. Manchmal reiste sie allein. Manchmal mit Eliezer, der sich dann in der nächstgelegenen Bibliothek niederließ, um in verstaubten Archiven nach weiteren hebräischen Wurzeln zu suchen, während Hemda den Spendern nachjagte. Ehrlich gesagt war sie es leid, eine selbsttragende Eine-Frau-Organisation für Fundraising zu sein. Doch sie akzeptierte es als ihre Lebensrolle.

Schön langsam begannen ein paar wenige Siedlungen in Zentralisrael die Hebräische Sprache ernsthaft in ihren lokalen Schulen zu unterrichten. Mit großer Genugtuung beobachtete Ben Yehuda wie ein paar wegbereitende Familien ihre Kinder gewissenhaft in der Hebräischen Sprache trainierten. Umso größer war seine Bestürzung, dass sie anschließend zum College nach Europa geschickt wurden. Tatsächlich kamen wenig junge Einheimische nach Palästina zurück.

BEN ZION WIRD AN EINE EUROPÄISCHE UNIVERSITÄT GESCHICKT

Ben Yehuda wagte es mit seinem ältesten Sohn und sandte ihn an eine europäische Universität. Dabei war er fest davon überzeugt, dass sein „erstes hebräisches Kind“ so tief mit der Sprache und dem Land Israel verbunden ist, dass er zurückkehren wird. Und so geschah es. Im Alter von 25 Jahren kehrte er als durchaus erfahrener Journalist zurück. Er übernahm die Zeitung von Ben Yehuda und entwickelte sie zu einer Tageszeitung namens „The Light“ (Das Licht). Der Journalismus und das Wörterbuch waren die beiden stärksten Unternehmungen, die Ben Yehuda das Momentum gaben, die Hebräische Sprache aus seinem 1800 Jahre alten Schlaf zu erwecken.

0319 - Itamar Ben Avi

Eliezer und der Erstgeborene seiner erste Frau, Ben Zion; er wurde das „erste Hebräische Kin d“ (für den Hebräisch seine Muttersprache war). Er wurde ein bekannter Journalist und Inhaber etlicher hebräischer Zeitungen, der den Fußstapfen seines Vaters folgte. Irgendwann änderte er seinen Namen in Itamar Ben Avi.

VERÄNDERUNGEN BAHNEN SICH AN

Wie schon erwähnt, hatte Theodor Herzl, der 1904 starb, kein Interesse an der Hebräischen Sprache, sehr zum Leidwesen von Ben Yehuda. Doch sieben Jahre später wurde kein anderer als Professor Otto Warburg Präsident des Zionistischen Weltkongresses. Er war ein sehr wohlhabender und brillanter Gelehrter, der es Ben Yehuda finanziell ermöglichte, Band 3 seines Hebräischen Wörterbuches zu veröffentlichen!

Zweitens brachte 1908 die Revolution der Jungtürken eine neue Freiheit, um offen über Zionismus in Palästina zu schreiben. Allerdings tauchten durch diese neue Redefreiheit überall hebräische Zeitungen auf, sehr zum Missfallen von Ben Zion! Doch Ben Yehuda sagte seinem Sohn, dass jeder progressiveSchritt, der den Juden im Land Israel hilft, die Hebräische Sprache zu sprechen und zu lesen, auf jeden Fall von Vorteil für die jüdische Gemeinschaft ist.

Ben Yehuda hatte keine Spur von Eifersucht in sich – eine der erstaunlichsten Eigenschaften seiner Genialität. Jede neue Bemühung irgendeines Juden, um irgendeine Art von kulturellem oder wirtschaftlichem Fortschritt bei der Schaffung einer Jüdischen Nation zu fördern, wurde von Eliezer mit jeder Faser seines Seins befürwortet und kräftig unterstützt.

DIE KUNST KOMMT IN JERUSALEM AN

Eines Tages erschien Boris Schatz, ein attraktiver junger Mann aus Bulgarien, in Ben Yehudas Haus. Schatz war Bildhauer; er und sein Freund Efraim Lilien kamen, um in Jerusalem eine Kunstgewerbeschule zu eröffnen. Sie hatten sich vorgenommen, einen nationalen Kunststil zu schaffen, der die klassischen jüdischen Traditionen des Nahen Ostens und Europas verbindet – eine jüdische K unst z u s chaffen. E r h atte noch zehn andere enthusiastische junge Juden aus Europa mitgebracht. Bis diese zehn jungen Männer (und eine Frau) ankamen, gab es so etwas wie Kunst noch gar nicht in Jerusalem – oder irgendwo sonst in Israel.

Boris erklärte seine Vision in einem schlechten Mix aus Russisch, Französisch und Deutsch. Doch Ben Yehuda saß sechs Stunden lang wie gebannt da und diskutierte mit ihm über das Projekt. Ben Yehuda willigte ein, ihn voll und ganz zu unterstützen – mit einer Bedingung: dass die Schule komplett auf Hebräisch stattfindet! Schatz war geschockt und erklärte ihm, dass keiner aus der Gruppe auch nur ein Wort auf Hebräisch kann. Also brachte Ben Yehuda ihn in sein Haus und hielt ihn sechs Monate lang praktisch „eingeschlossen in seinem Haus“, wo er ihm und seinen Künstler-Freunden Hebräisch beibrachte. Die zehn Studenten wurden in einer jüdischen Schule untergebracht, da gerade Sommerferien waren. Sie schliefen auf Matratzen und hatten eine Gemeinschaftsküche. Ein Lehrer der Hebräischen Sprache unterrichtete sie und kochte für sie. Hemda wurde die erste Sekretärin der Kunstschule.

0319 - Boris Schatz, founder of Bezalel

Boris Schatz, einer der ersten Pioniere und Bildhauer, gründete 1906 was später die berühmte „Bezalel Academy of Arts and Design“ wurde. Schatz benannte sie nach Bezalel, der die Stiftshütte für Mose entworfen hat.

Die Ultra-Orthodoxen waren über die Maßen empört angesichts dieser Invasion eines derartigen Götzendienstes. Andererseits begannen die Frauen Jerusalems Bilder und Näharbeiten zu kaufen, um sie an die kahlen Wände ihrer Wohnungen zu hängen. Heute ist die „Bezalel Academy of Arts and Design“ eine weltweit renommierte Institution.

Ben Yehuda half den jungen jüdischen Einwanderern eine Arbeit zu finden, um zu überleben; er half ihnen Hebräisch-Unterricht zu bekommen und neue Anstellungen zu bekommen, um Farmer zu werden oder kleine Firmen zu gründen. Doch vor allem verlangte er von ihnen Hebräisch zu lernen! Kurz danach zogen viele dieser jungen Eiferer in neue Siedlungen um und stellten sicher, dass ihre Kinder in ihren neuen Schulen Hebräisch lernten.

DER KRIEG DER SPRACHEN

Die Hebräische Sprache wurde zwar deutlich prominenter. Aber die angespannte Diskussion darüber, ob Deutsch oder Hebräisch die Nationalsprache der Juden in Palästina werden soll, spitzte sich 1912 zu. Es gab einen intensiven akademischen Krieg, als wohlhabende deutsche Juden Vorbereitungen trafen, um eine großartige Universität in Haifa zu gründen, aber unter einer Bedingung: dass alle Fächer nur auf Deutsch unterrichtet werden.

Doch inzwischen gab es ein paar tausend lokale Juden und deren Kinder, die schon fließend Hebräisch sprachen. Und sie waren entschlossen, dass alle Schulen wenigstens einige Fächer auf Hebräisch unterrichten. Eine Delegation vom Zionistischen Weltkongress, der inzwischen die Vision der Hebräischen Sprache übernommen hatte, flehte Eliezer an, er solle zum Stift greifen und gegen den Gebrauch der Deutschen Sprache in Israel plädieren. Obwohl Eliezer wusste, dass die Beiträge der wohlhabenden deutschen Juden immer noch dringend benötigt wurden, um weitere Bände seines Wörterbuches zu veröffentlichen, bezog er eine klare Stellung dagegen, dass Deutsch die vorherrschende Sprache im Land Israel wird.

Im ganzen Land brachen Streiks an den Schulen aus, und die Studenten verbrannten ihre deutschen Lehrbücher. Selbstverständlich befand sich Ben Yehuda mitten im Kampf, und wurde bedroht, dass es Blutvergießen geben werde. Eigentlich wurde sein Haus zum Hauptquartier. Bis spät in die Nacht wurden Kriegsräte abgehalten. Letztendlich protestierten die Lehrer und Studenten auf den Straßen in einem Generalstreik und skandierten auf Hebräisch: „Nieder mit den Deutschen“, und „Hebräisch muss leben.“

Tatsächlich drohten die Deutschen die Veröffentlichung weiterer Bände von Ben Yehudas Wörterbuch abzubrechen. Doch der Mann war nicht zu stoppen. Er steuerte die Eröffnung von „Notfall-Schulen“ überall im Land, in denen der ganze Unterricht auf Hebräisch stattfand. In manchen Schulen mussten Holzkisten als Stühle verwendet werden. Langsam ließ die Aufregung nach. Deutsche Schulen wurden neu eröffnet, doch Hebräisch wurde nicht aus dem Curriculum gestrichen. Ben Yehuda war seltsamerweise erfrischt, griff erneut zum Stift und kehrte zurück zu seinem Werk am Wörterbuch. Hebräisch hatte gewonnen.

BEFREIUNG AUS BESTÄNDIGER VERSCHULDUNG

Es war wieder mal Zeit, dass Hemda nach Europa aufbricht und ein weiteres Mal Geld für den nächsten Band zu beschaffen. Eliezer entschied, sie dabei zu begleiten. Auch diesmal waren an jedem Ort die nationalen Bibliotheken sein Ziel. Dort vertiefte er sich in dicke Wälzer, die ihm neue Geheimnisse über die Anfänge und die Fortsetzung der Hebräischen Sprache im Wandel der Zeiten preisgeben sollten.

Nach ihrem Besuch in London hatte Hemda genügend Finanzen, um den fünften Band zu veröffentlichen. Eliezer war von seinen Entdeckungen in der Bibliothek von Oxford ganz begeistert. Ein Freund schenkte ihnen Tickets in der 1. Klasse für ein Schiff zurück nach Ägypten – es war das allererste Mal in ihrem Leben, dass sie solch einen Luxus genießen konnten.

Es war eine Zeit der Gelassenheit im Leben Eliezers. Mindestens zwei Jahre lang würden sie nicht unterwürfig nach Europa reisen müssen wegen dem nächsten Band. Die Kinder waren hocherfreut, dass ihre Mutter diesmal nicht monatelang weg sein würde. Eliezer hatte schon jahrelang ein Motto auf seinem Schreibtisch, das hieß: „Der Tag ist so kurz; die zu erledigende Aufgabe ist so groß.“ Jetzt änderte er den Spruch in: „Mein Tag ist lang; mein Werk ist gesegnet.“

0319 - Fisrt Bezalel campus

Im Bild der erste Campus 1913 und eine seiner Abteilungen heute.

 

0319 - Bezalel Art Academy

DER 1. WELTKRIEG ERREICHT PALÄSTINA

Eliezer und Hemda entschieden sich, einen echten Urlaub zu machen. Sie schickten die Kinder in die Siedlung Petach Tikvah zu ihren engen Freunden und packten die Koffer für die Reise nach Beirut. Doch als sie in Haifa ankamen, um an Bord des Schiffes zu gehen, war die Stadt in Aufruhr. Deutschland hatte gerade Frankreich den Krieg erklärt, und England hat Deutschland und Österreich den Krieg erklärt. Die Banken waren geschlossen. Sie hatten gerade genug Bargeld, um zurück nach Jerusalem zu fahren.

Finsternis legte sich auf das Heilige Land. Die Juden Palästinas waren isoliert vom Rest der Welt. Es kamen keine Schiffe mehr an seine Küsten. Zucker, Reis und Erdöl konnte nicht mehr gekauft werden. Die Türken suchten irgendjemanden, den sie des Verrats bezichtigen könnten – also Zionistische Aktivisten. Es gab Gerüchte, dass ein Haftbefehl gegen ihren Sohn Ben Zion erlassen wurde, der ein bekannter hebräisch-sprachiger Journalist war.

Sie verloren den Kontakt zu ihrem Sohn Ehud, der in Deutschland studierte. Und wiederum fühlte Ben Yehuda, dass sein Traum von einer nationalen Heimat für sein gerade entstehendes Volk, bedroht war, vernichtet zu werden. Er hatte Schwierigkeiten sich auf die Recherchen für sein Wörterbuch zu konzentrieren. Hemda machte sich große Sorgen um seine Gesundheit.

 

Fortsetzung folgt.

Hauptquellen:
Fulfillment of Prophecy, Eliezer Ben Yehuda, by Eliezer Ben Yehuda (grandson) 2008; Tongue of the Prophets, The Life Story of Eliezer Ben Yehuda by Robert St. John 1952; https://goo.gl/MVmMUK; https://goo.gl/8r29uN
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BEZAHLE ES VORAB –DIE FRÜCHTE DER KATZIR JUGENDCAMPS

0619 - Katzir camp - top

Voller Leidenschaft schüttete Yosef sein Herz aus vor den still sitzenden Teenagern. Seine Worte strömten über die verblüfften Jugendlichen wie ein schneller Strom über einen glatten Felsen. Er ermahnte sie, alle Ablenkungen beiseitezulegen und Gott von ganzem Herzen zu suchen. Und doch war in seinem Ton keine Verdammnis. Er erzählte ihnen, wie er selbst als junger Israeli in der Armee seinen Glauben an Jeschua angezweifelt und in moralischen Kompromissen gelebt hatte.

Heute ist Yosef 30 Jahre alt, doch in seinen Jugendjahren war er regelmäßig bei unseren früheren Camps. Die Intensität, mit der er sich an die Gruppe wandte, war wie der Ausbruch eines Vulkans voller Sorgen um die heutige Jugend – die oft in der Blase der sozialen Medien leben. Yosef hat eine Last auf dem Herzen für die Kinder, die in gläubigen Elternhäusern aufgewachsen sind. Ich fühlte sein Verlangen, in ihren Herzen ein Feuer anzuzünden – ein brennendes Verlangen danach, den Herrn zu kennen, mit Ihm zu leben und Ihn bekannt zu machen.

Die Zeit blieb stehen. Die Kids blinzelten. Was war geschehen? Yosef hatte seine Botschaft beendet. Als er sie dringend dazu aufrief, für sich beten zu lassen und ernsthaft alles Gott zu übergeben, kamen sie nach vorn. Da gab’s keine Verpflichtung. Es wurden keine Bewertungen vergeben. Jeder von ihnen fühlte sich vom Heiligen Geist gedrängt. Ich konnte meinen Blick nicht von ihnen wenden – israelische Teenager zwischen 14 und 18 Jahren. Die Seelsorger, deren Jugendjahre noch nicht so lange zurücklagen, empfingen sie mit offenen Herzen. Das war das Crescendo zu einer geistlichen Dynamik, die sich während der drei Tage unseres Camps in diesem Frühjahr zum Passahfest 2019 noch steigerte. Was für eine schöne Szene!

0619 - Yosef Katzir

Yosef, ein Jugendleiter bei Katzir.

Vor Jahren kam ein Film raus, „Pay It Forward“, also „Bezahle es vorab“. Darin startete ein Junge ein Schulprojekt, um seine Stadt zu verändern. Das Konzept war jeweils für drei Personen etwas Gutes zu tun, die dann ihrerseits anderen drei Personen etwas Gutes tun. Ich erinnerte mich an diesen Satz, während ich über Yosefs Botschaft nachdachte. Vor fünfzehn Jahren hatte er bei einem Katzir Camp Erfahrungen mit Gott gemacht, die sein Leben verändert hatten. Und nun „bezahlt er vorab“, indem er seine Erfahrung weitererzählt und die Worte Gottes der nächsten Generation auslegt. Die Früchte dieser Jugendfreizeiten vervielfachen sich vor unseren Augen.

Doch diese Bemühungen sind nicht nur unsere Aufgabe, die wir in Israel leben und Hebräisch sprechen. Wir brauchen die Hilfe und Teilnahme unserer Brüder und Schwestern aus der ganzen Welt, die das Drama von Israels Neugeburt verstanden haben. Unsere physische Wiederherstellung als Nation schafft die Voraussetzungen für die geistliche Wiederherstellung. Die Propheten der Bibel haben allesamt diese endzeitliche Wiederherstellung/Erweckung betont, sobald die jüdische Nation in unserem Land neu eingepflanzt sein würde. Sie haben auf die Berufung der Jugendlichen für diese letzte Ausgießung vor dem Kommen des Herrn hingewiesen. Und für die endzeitliche Rückkehr Israels zum Messias, hat Jesaja ausdrücklich die herausragende Rolle derer aus allen Nationen vorausgesehen, die Gott lieben.

Im August dieses Jahres werden wir wieder ein Treffen für junge Menschen aus über 40 Gemeinden aus ganz Israel haben. Eine ganze Woche lang werden wir von Jugendlichen geleitete Anbetungszeiten, herausfordernde Botschaften aus Gottes Wort, Gespräche und Gebet in Kleingruppen mit geschulten Seelsorgern erleben, aber auch soziale Projekte, um den Bedürftigen unserer Gesellschaft etwas zurückzugeben.

Möchtet ihr uns dabei unterstützen, die messianischen Jugendlichen Israels für die Ernte (katzir) auszurüsten, von der die hebräischen Propheten und Jeschua selbst gesprochen haben?    „Die Ernte ist tatsächlich groß, aber es sind wenig Arbeiter. Deshalb bittet den Herrn der Ernte (Adon haKatzir) Arbeiter in die Ernte zu senden.“

Eitan Shishkoff ist der Gründungsdirektor von Katzir und Gründer von „Mercy Network of Congregations“

0619 - Katzir - Prayer and worship

 

KATZIR HAT MEIN LEBEN GERETTET!

0619 - Chaim

Mein Name ist Chaim. Mein Name bedeutet Leben, doch ich war auf dem Weg in Richtung Tod. Ich wuchs auf als der Sohn eines Pastors in einer rauen Stadt nicht weit von Tel Aviv. Trinken, Streiten und Schlägereien waren an der Tagesordnung in meinem Leben als Teenager. Ich versuchte das Loch in meinem Herzen zu füllen – ein Loch, das von etwas oder jemandem gefüllt werden wollte, der mich akzeptiert.

Dann kam die schlimmste Nacht meines Lebens: ich trank fünf verschiedene Arten von Vodka. In diesem betrunkenen Zustand kämpfte ich mit einem Freund und brach mir ein Bein, als ich gegen eine Couch trat. Doch das, was danach geschah, sollte mein Leben für immer verändern. Mein bester Freund überzeugte mich, zum Katzir (Ernte) Jugendcamp mitzukommen. Am ersten Tag hatte ich einen schlimmen Kater und es kümmerte mich gar nicht,was dort ablief.

Der zweite Tag war genauso – bis zur Abendveranstaltung. Ich erinnere mich, dass ich der Botschaft nicht zuhörte und kein Wort während der Anbetung mitsang. Doch dann geschah etwas! Während ich da stand und der Gottesdienst fast zu Ende war, hatte ich plötzlich ein seltsames Gefühl. Es war, als ob Liebe mich gefunden und umhüllt hatte. Ich hatte noch nie eine so vollkommene Liebe empfunden – ich hatte totalen Frieden.

Sofort wusste ich, dass Gott mich rief, zu Seiner Liebe zu kommen. Mein Freund machte im selben Moment genau die gleiche Erfahrung, und er war auf der anderen Seite des Raumes. Wir hatten sogleich Augenkontakt und wussten beide 100 % was Sache war und was wir tun mussten.

Also gingen wir nach vorne und übergaben unser Leben Jeschua. Wir beteten, wandten uns ab von unserer Vergangenheit und ließen uns von Ihm umarmen. Seither war nichts mehr wie früher! Katzir hat tatsächlich mein Leben gerettet!

(Anmerkung: Chaim ist jetzt einer der Direktoren bei den Katzir-Camps und investiert in das Leben der israelischen Teenager von heute, indem er vorab bezahlt.)

ICH WAR VOLLER HASS!

0619 - Joel

Ich kam zum ersten Mal zu einem Camp im Jahr 2006, als ich 17 Jahre alt war. Ich war ein Teenager, der hungrig nach Gott war, aber aus einem schwierigen Elternhaus kam. Gott nutze das Katzir-Camp, um mir zu einer tieferen Beziehung mit Ihm zu verhelfen und meinen Weg als junger Gläubiger zu stärken.

Im nächsten Jahr wurde ich gebeten, als Leiter einer Kleingruppe beim Camp zu dienen. Ich akzeptierte, doch in meinem Geist war ich verwundet. Ich war 18, und mein Vater hatte unsere Familie verlassen.

Er war ein Alkoholiker und schlug ständig nach meiner Mutter und mir. Zu dem Zeitpunkt war ich verbittert und voller Hass auf ihn. Ich war hungrig nach Gott, aber mein Hass schadete meinem Gottesbild und meinem Wandel mit Ihm.

Während einer Abendveranstaltung im Camp hatte ich eine starke Begegnung mit Gott. An jenem Abend kam Er und setzte mich frei von Hass, und Er half mir, eine Reise der Vergebung zu beginnen. Es war so stark – bis heute ist dieses Erlebnis für mich so frisch wie an dem Abend. Ich weiß nicht, wo ich heute wäre, wenn an dem Tag nicht diese Reise in meinem Herzen begonnen hätte. Ich konnte Gottes Herz für meinen Vater bekommen und das veränderte alles.

Heute diene ich im Leitungsteam der Camps. Ich bin unendlich dankbar für die Gelegenheiten, diese Generation zu erreichen. In den vielen Jahren als Leiter bei Katzir erlernte ich wertvolle Fähigkeiten und bekam eine Leidenschaft für die Arbeit mit Jugendlichen. Ich habe selbst miterlebt, was für Möglichkeiten wir haben, die Teenager positiv zu beeinf lussen. Aber auch junge Erwachsene kommen, um zu dienen, und erleben letztendlich selbst noch größere Veränderungen, wie ich auch. Ich habe schon so viele Teenager gesehen, die zum Camp kamen und weit weg von Gott lebten, aber anschließend voll in Gott verliebt nach Hause fuhren!

(Anmerkung: In einem der Katzir Camps hörte ein junger Mann die Geschichte Joels, wie er seinem Vater vergeben hatte. Er lebte in einer fast identischen Situation. Dieser Teenager betete mit Joel, wurde von Bitterkeit befreit und kehrte zu seiner Familie als ein Werkzeug der Liebe z urück.)

 

Katzir leads Israeli teenagers through the beautiful Golan Heights plateau during their last spring camp.

Their opportunity to grow closer to God. Our opportunity to help them.

0619 - Katzir Golan Heights hike

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Juni 2019

Liebe Maoz-Freunde,

wir hoffen ihr hattet schöne Pfingstfeiertage. An Pfingsten feiern wir Gottes Treue, die Er in der Aussendung des Heiligen Geistes, unseren „Paraklet“ – „Tröster, Beistand“, gezeigt hat.

Im Sinne der Treue Gottes und der Kraft des Geistes möchten wir uns herzlichst bei allen Partnern für eure Standhaftigkeit, euer Interesse und euer Herz für Israel bedanken. Es sind eure Gebete und Unterstützung, die unsere Projekte für Maoz erst ermöglichen.

Wir arbeiten weiterhin daran, dass viele, viele Menschen durch Projekte wie die Katzir Camps Gott begegnen, Seine frohe Botschaft hören und Seine Gnade annehmen. Wir sind davon überzeugt, dass Menschen, wie Yosef und Chaim, mit der Kraft Gottes (MAOZ) zu wahrer Freiheit und wahrem Frieden finden konnten. Außerdem sind wir gewiss, dass auch weitere Teilnehmer ähnliche Erfahrungen machen werden.

Wir laden euch deshalb ein, in diesem Monat eine Extrasumme für Katzir zu spenden.

0619 - Shani FergusonZudem möchten wir euch als Leser auch Shani und Kobi Ferguson, die Tochter und den Schwiegersohn von Ari und Shira Sorko-Ram ans Herz legen. Sie werden
die Leitung für Maoz Israel Ministries für drei Jahre übernehmen und befinden
sich gerade in der Übergabe. Schließen wir sie in unser Gebet mit ein.

Möge Gott euch reichlich segnen.

Für die verlorenen Schafe Israels,

Maoz Deutschland

 

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