May 2019

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May 2019 2019-06-03T06:26:57+00:00

VATER DER MODERNEN HEBRÄISCHEN SPRACHE TEIL 5: ELIEZER BEN YEHUDA TRIFFT THEODOR HERZL

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Ob ihr´s glaubt oder nicht, Eliezer Ben Yehuda hatte sehr wenig Erfolg beim Verbreiten der Hebräischen Sprache in seinen ersten 20 Jahren in Jerusalem. Ja, er hatte mit einer wichtigen wöchentlichen (achtseitigen) Zeitung gestartet, die aus Jerusalem kam. Er hatte Hebräisch als gesprochene Sprache den Kindern unterrichtet, und das zum ersten Mal seit fast 2.000 Jahren. Und er hatte begonnen an einem hebräischen Wörterbuch zu arbeiten.

Er hatte sogar Artikel geschrieben mit denen er die Juden aufforderte einen Nationalstaat in Israel zu gründen, und das 19 Jahre bevor überhaupt jemand von Theodor Herzl gehört hatte.

Doch als er in Jerusalem ankam, gab es dort nur ca. 25.000 Juden, meist Orthodoxe, die selbst erbitterte Feinde der Vision Ben Yehudas waren, das Hebräische zu einer modernen gesprochenen Sprache des jüdischen Volkes zu machen. Er und seine Frau hatten fast gar keine Freunde, geschweige denn Verbündete.

Aber etwas war doch aufgerüttelt worden. Es war erstaunlich, denn schon im selben Jahr 1881, in dem auch Ben Yehuda nach Israel kam, begann die erste Welle von Juden (Die Erste Alija genannt) „nach Hause“ zu kommen. Im Laufe der nächsten 20 Jahre wanderten 35.000 Juden ein – meist junge, aufgeweckte, intelligente und idealistische Juden – um Land zu bebauen. Aber wenige von ihnen wussten irgendetwas über Landwirtschaft und binnen kurzer Zeit kehrte die Hälfte von ihnen zurück nach Osteuropa.

Infolge der primitiven und verdreckten Verhältnisse in Jerusalem, wo Ben Yehuda lebte, waren seine erste Frau Devora und drei seiner fünf Kinder in den ersten zehn Jahren verstorben. Paar Tage bevor Devora starb, schrieb sie einen Brief an ihre Schwester Paula Yonas, die in Moskau lebte. Darin flehte sie Paula an, ihren Platz einzunehmen und Eliezer zu heiraten, um ihm bei der Erfüllung seiner Lebensaufgabe zu helfen, die Hebräische Sprache wieder zum Leben zu erwecken.

Es ist nicht klar, ob Paula oder Eliezer den ersten Brief geschrieben hatte. Doch in Jerusalem verbreiteten sich Gerüchte, dass die Schultern des Witwers weniger gebeugt sind, dass seine Augen wieder strahlen und sein Gang wieder lebhafter ist.

Es kam zum regen Briefwechsel über das Mittelmeer zwischen Hemda (Paulas neuer hebräischer Name) und Eliezer.

Eliezers bester Freund Nissim Behar hatte ein langes Gespräch mit ihm. „Eliezer, wie kannst du auch nur daran denken dieses junge 19-jährige Mädchen zu heiraten, nachdem ihre Schwester sich von dir mit Tuberkulose angesteckt hat? Ich sage dir das, weil dein eigener Arzt mich gebeten hat, mit dir zu reden. Du weißt doch selbst, dass du jederzeit sterben könntest. Du musst diese Hochzeit absagen.“

Also tat Ben Yehuda, was er fühlte, dass er tun müsste. Er schrieb Hemda was der Arzt gesagt hatte. Die Hochzeit war geplatzt. Er bat den Arzt den Brief aufzugeben, aus Angst er könnte es doch nicht übers Herz bringen.

HEMDA ENTSCHEIDET

Seine zwei übrig gebliebenen Kinder waren verwirrt. Ihr Vater war nicht mehr in freudiger Erwartung und antwortete seinen Kindern nicht, wenn sie ihn fragten, wann ihre neue Mutter ankommen würde. Zwei Wochen lang Stillschweigen. Dann kam eines Tages ein Telegramm. BLEIB RUHIG. BRIEF FOLGT, HEMDA.

Hemda hatte ihrer Mutter und ihrem Vater verkündet, dass sie entschlossen ist Eliezer zu heiraten, nach Jerusalem zu ziehen und den zwei Kindern eine Mutter zu sein. Ihre Eltern waren geschockt und sprachlos. Würde sie eine weitere Märtyrerin der Tuberkulose werden? Doch als sie ihre unbeugsame Entschlossenheit sahen, entschieden Solomon und Rivka Yonas zusammen mit Hemda und ihren zwei jüngeren Kindern Alija zu machen! Das war eine einzigartige Familie – bereit zu den „Enden der Erde“ zu reisen, damit ihre zweite Tochter ein Genie heiraten kann, der allerdings ein sehr kranker Mann war.

Ihr könnt euch vielleicht schon denken, worüber Eliezer in seinem ersten ernsthaften Gespräch mit Hemda sprach. Er sagte ihr, dass es ihr nicht erlaubt sei, mit seinen Kindern zu sprechen, bevor sie Hebräisch gelernt hat!

EINZUG

Da waren sie nun in Eliezers kleinem Haus: Hemdas Eltern und Geschwister und Eliezers Mutter wohnten nun alle zusammen – und keiner von ihnen konnte Hebräisch sprechen außer Solomon, und sein Hebräisch war elementar. Eliezer löste das Problem. Er brachte die Druckerpresse für seine Zeitung in sein Haus und fünf Presseleute kamen jeden Tag dahin zur Arbeit. Sie bekamen ebenfalls die Anweisung, dass sie kein einziges Wort in irgendeiner anderen Sprache sprechen dürfen, außer Hebräisch. Und er sagte seinem syrischen Diener, der für ihn die Besorgungen machte, dass er mit seinen Kindern bleiben müsse, sobald sie von der Schule nach Hause kommen und bis sie ins Bett gehen.

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HEBRÄISCH LERNEN

Hemda erkannte schnell, dass es an ihrer Entscheidung lag, ob das Ben Yehuda Haus ein hebräisches Heim bleiben würde oder nicht. Also verbrachte sie fast ihre ganze Zeit damit, Hebräisch zu lernen. Oft weinte sie vor Verzweiflung, dass sie die Sprache nicht lernen könne und beklagte sich bei Eliezer, dass die hebräische Grammatik fast unmöglich zu lernen sei.

Doch Tag für Tag gab er ihr Unterrichtsstunden. Er lehrte sie zuerst das ganze 1. Buch Mose zu lesen und gab ihr jeden Tag ein paar reine Haushalts-Wörter zu lernen.

Nach drei Monaten machte sie Eliezer eine Ankündigung – sie sei jetzt bereit mit ihm nur noch auf Hebräisch zu sprechen. Und sie meinte, dass sie ihn versteht, wenn er langsam spricht.

Nach sechs Monaten machte sie eine weitere Ankündigung. Sie würde ab dem Tag nur noch Hebräisch sprechen, nicht nur mit ihrem Mann, sondern mit jeder Person, die sie treffen würde. Also nahm er sie mit zu einem Besuch in Jaffa und den neuen jüdischen Siedlungen an der Küste, um mit dem Hebräisch seiner Braut zu prahlen!

Einige Leute glaubten nicht, dass sie nur sechs Monate lang das Hebräisch gelernt hatte, und sie beschuldigten Eliezer sogar, ihnen einen Streich zu spielen. Allerdings hatte sie einen gewaltigen Eindruck auf die Leute gemacht. Hier war der Beweis, dass sogar Erwachsene die Hebräische Sprache lernen und sprechen können. Wenn sie das tun konnte, konnten das auch andere.

DAS WÖRTERBUCH

Hemda begann die monumentale Bedeutung zu begreifen, die ein hebräisches Wörterbuch für eine neu geborene Nation der Juden haben würde. Doch wie sollte Eliezer eine hebräische Zeitung herausbringen – ein Vollzeitjob – und zugleich ein allererstes Wörterbuch der modernen gesprochenen Hebräischen Sprache schaffen? Vor allem wo doch die meisten Wörter, die im Wörterbuch enthalten sein sollten, noch gar nicht erschaffen waren! Sie, die gerade erst Hebräische gelernt hatte, erkannte, dass sie helfen musste seine Zeitung The Deer auf Hebräisch zu schreiben und zu veröffentlichen, so dass er den Großteil seiner Zeit sich auf das Wörterbuch konzentrieren konnte.

Also begann sie, nur ein Jahr nachdem sie geheiratet hatte, einfache Artikel zu schreiben, die Eliezer überarbeitete und veröffentlichte – und voilà! Eine neue hebräische Journalistin! In jeder Hinsicht wurde sie zu einer erstklassigen Autorin und Unternehmerin. Sie fand sogar ein paar Kunden zum Inserieren – ebenfalls ein Novum in Jerusalem – da sie wusste, dass die Hauptfrage immer finanzieller Natur war.

Nach einiger Zeit schrieb auch ihr Vater Artikel für The Deer. Zum Zeitpunkt der Hanukkah-Feier schrieb er einen Artikel über den Sieg der Mak kabäer bei der Wiedereinweihung des Tempels. Solomon ließ sich von ihren Vorvätern inspirieren und schrieb: „Wir müssen unsere Kräfte bündeln und uns vorwärts bewegen.“ Nun war es so, dass das benutzte Wort für „vorwärts“ im Hebräischen auch „ostwärts“ bedeuten kann – etwa „Richtung Türkei!“

Die ultra-orthodoxen Leiter Jerusalems verachteten Ben Yehuda sowieso dafür, dass er versuchte das Hebräische der Bibel zu einer modernen tagtäglich gesprochenen Sprache zu machen. Daher gingen sie, als der Sabbat beendet war, sofort zu den türkischen Behörden und „enthüllten“ Ben Yehudas Bestreben, einen bewaffneten Aufstand gegen die Türken anzustiften!

VERHAFTET WEGEN VERRAT

Am Sonntagmorgen klopften türkische Polizeibeamte an seine Tür und brachten ihn ins Gefängnis. Er wurde wegen Verrat verhaftet, mit der Möglichkeit auf Hinrichtung.

Sein engster Freund, Nissim Behar, sandte eine dringende Bitte um Hilfe an den reichen und mächtigen Baron Edmond Rothschild in Frankreich, der aus Menschenfreundlichkeit die Armen im Land Israel unterstützte, vor allem die Orthodoxen.

Behar rief sofort auch unter den säkularen Juden Palästinas zu einer Spendensammlung für die nötigen Bestechungsgelder auf, um Besuchsrechte bei Eliezer zu erreichen und um ihn darauf vorzubereiten, was er bei seinem Prozess aussagen soll.

Das Geld war schnell zusammengekommen. Hunderte säkulare Juden aus der Ersten Alija kamen aus dem ganzen Land, um gegen seine Verhaftung zu protestieren. Ein jüdischer Mann und sein arabischer Partner stellten ein spezielles Café gleich neben dem Gefängnis auf, so dass die Besucher Ben Yehudas einen Kaffee und Erfrischungen kaufen konnten. Viele arabische Amtsleute, die mit Eliezer befreundet waren, riskierten den Zorn der türkischen Regierung, indem sie sich öffentlich auf Ben Yehudas Seite stellten. Christen boten ihre Hilfe an. Erstaunlicherweise brachte diese Sache die Juden in Einheit zusammen – außer den ultra-orthodoxen – und das wie noch nie zuvor.

Acht Tage lang war der abgemagerte und schwindsüchtige Verleger hinter Gitter. Die erste Nacht wurde er in eine winzige Zelle mit 15 Mördern geworfen. Die war so überfüllt, dass er die ganze Nacht stehen bleiben musste mit seinem Gesicht gegen die kleine Öffnung oben an der Tür gepresst, um überhaupt atmen zu können.

Am nächsten Tag bekam der Gefängnisarzt ein beträchtliches Bestechungsgeld und erklärte, dass Ben Yehudas Tuberkulose-Leiden das Leben der verurteilten Mörder gefährde. Sie isolierten ihn in seiner eigenen Gefängniszelle.

ARBEIT IM GEFÄNGNIS

Hemda brachte ihm einen kleinen Teppich, ein Bett, eine Matratze, einen Stuhl und einen Arbeitstisch, ein paar Kleinigkeiten wie ein Bettlaken, eine Lampe, Bücher, Tinte, Papier und einen kleinen Ölofen zum Teekochen, damit er mit seiner Arbeit weitermachen konnte. Eliezer wurde jeden Tag etwas ruhiger und war zufrieden, dass er in seiner Zelle an seinem Wörterbuch weiter arbeiten konnte, solange das nötig war.

Beim Prozess zwischen dem Osmanischen Reich vs. Eliezer Ben Yehuda war es den türkischen Behörden klar geworden, dass die ultra-orthodoxen Juden ihn offiziell exkommuniziert hatten. Und doch entschieden die osmanischen Richter erstaunlicherweise, dass er kein gefährlicher Rebell, sondern ein Unruhestifter ist. Sie verurteilten ihn zu einem Jahr Gefängnis. Zweitens entschieden sie, dass seine Zeitung, die den ganzen Ärger verursacht hatte, ein Jahr lang ausgesetzt wird!

Jedermann wusste, dass die Trumpfkarte in Baron Rothschilds Hand war, wegen seiner finanziellen Unterstützung. Er wurde von beiden Seiten mit Telegrammen und Briefen überflutet. Vom Baron kam keine Antwort, bis eines Tages die orthodoxen Rabbis ein Telegramm erhielten. Es hieß: „EXERCES VOUS PRIERES. BARON ROTHSCHILD“. Übersetzung: „Bleibt bei euren Gebeten.“ In anderen Worten, halten euch raus aus Dingen, die euch nichts angehen.

Plötzlich zogen sich die aschkenasischen Orthodoxen, die von der Gunst des Barons abhängig waren, aus der Sache zurück und der oberste sephardische Rabbi hob öffentlich den Bann auf.

BESTECHUNGSGELDER KOMMEN AN

Ben Yehuda begann wieder 18 bis 19 Stunden am Tag an seinem Wörterbuch zu arbeiten. Als die Berufung gegen seinen Urteilsspruch eingelegt werden sollte, sandte der Baron einen Scheck von 10.000 Franken, die Hälfte davon für Bestechungen. Ben Yehuda wurde als unschuldig erklärt. Allerdings entschied das Gericht, dass er ein ganzes Jahr lang seine Zeitung nicht veröffentlichen kann – also noch vier Monate lang!

Nach diesen vier Monaten erreichten ihn weitere schreckliche Nachrichten. Der Gouverneur Jerusalems entschied willkürlich seine Zeitung für ein weiteres Jahr zu verbieten. Ben Yehuda war untröstlich. Doch Hemda ermutigte ihnwiederum. Sie sagte, das ist ganz sicher Fügung, die ihn dazu zwingt, sich voll und ganz dem wirklich wichtigen Auftrag zu widmen – seinem Wörterbuch.

Sechs Monate später, nach einer weiteren beträchtlichen Summe Bestechungsgelder von Rothschild, erhielt er die Erlaubnis mit seiner Zeitung weiterzumachen. Die Juden aus dem ganzen Land und in Europa, die von dieser Zeitung abhängig waren, um Nachrichten aus dem Heiligen Land zu erhalten, waren hocherfreut. Und The Deer wurde beliebter als je zuvor. Durch Eliezers und Hemdas Einfallsreichtum und Enthusiasmus wurde die Zeitung auch durch eine ganze Flut von Artikeln von jungen jüdischen Autoren bereichert. Viele die später im Bereich der jüdischen Literatur berühmt wurden, hatten ihren Start bei der kleinen wöchentlichen Zeitung aus Jerusalem.

TOD AN DER KÜSTE

Doch zugleich wurde die Familie immer noch von Krankheiten gejagt. Hemdas Vater verpasste sein Boot, das ihn für eine Zeit zurück nach Russland bringen sollte. Während er auf das nächste Boot nach Jaffa wartete, steckte er sich mit einer Krankheit an und verstarb innerhalb von wenigen Wochen. Zwei von Hemdas fünf Kindern starben an Lungenentzündung. Hemda selbst litt jahrelang an Malaria und Rheuma.

Im ganzen Land mussten die Juden unglaubliche Schwierigkeiten und einen hohen Preis in Kauf nehmen, um etwas zu erreichen. Einige neu gegründete Siedlungen wurden komplett dahingerafft. Jede einzelne Person im Dorf Hedera (heute eine blühende Stadt) starb am Gelbfieber.

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HERZLS AUFSTIEG ZUM ANFÜHRER DER ZIONISTISCHEN BEWEGUNG

Im Jahr 1896 schrieb Herzl – der inzwischen als Vater des modernen Staates Israel bekannt war – das Buch „Der Jüdische Staat“, das wie eine Bombe einschlug. Das war der Beginn des Aufbruchs des jüdischen Volkes zurück in ihr Heimatland. Darüber hinaus schlug er die Erste Zionistische Konferenz derJuden vor. Sie sollte im August 1897 in Basel in der Schweiz stattfinden.

Es war zu erwarten, dass Ben Yehuda bei dieser Ersten Zionistischen Konferenz teilnimmt. Doch er konnte nicht hin fahren! Er hatte gedacht, dass er im antiken Land Israel so „einheimisch“ wie möglich werden müsste und hatte die osmanische Staatsbürgerschaft angenommen. Jetzt verweigerten sie ihm die Ausreise.

Herzl schrieb Ben Yehuda und informierte den Redakteur aus Jerusalem, dass er einstimmig zum Vorstandsmitglied gewählt wurde. Ben Yehuda fühlte sich sehr geehrt. Doch wenn er diese Mitgliedschaft akzeptierte, würden die Tage seiner Aktivitäten in Palästina leider schnell beendet sein. Eigentlich wurde er sogar gewarnt, in seiner Zeitung das Wort „Zionismus“ auch nur ein einziges Mal zu erwähnen.

Und nun kam eine weitere Sorge hinzu; durch wiederkehrende Malaria und Rheuma wurde Hemda blass und mager. Also entschied er Hals über Kopf sie nach Europa zu bringen. Tatsächlich verbrachten sie dort sechs Monate, währen Eliezer uralte hebräische Wörter in den berühmtesten Museen und Bibliotheken Europas studierte und mit den renommiertesten Orientalisten sich austauschte.

DIE SUCHE NACH HERZL

Während er in Europa war, hatte er den brennenden Wunsch sich mit Herzl zu treffen. Er schätzte ihn als den Leiter der ganzen Zionistischen Bewegung, welcher Ben Yehuda sein ganzes Leben gewidmet hatte. Er stimmte völlig überein mit Herzls Vision eines Heimatlandes für das jüdische Volk. Doch Ben Yehuda war zutiefst besorgt darüber, dass Herzl kein einziges Mal die Bedeutung der Hebräischen Sprache für die Zusammenführung des jüdischen Volkes erwähnte. In England besuchte er Dr. Max Nordau, die rechte Hand von Herzl. Eliezer nahm sich viel Zeit, um ihm die zentrale Bedeutung einer nationalen jüdischen Sprache und eines hebräischen Wörterbuchs zu erklären. Und Dr. Nordau gab ihm Recht. Er ermutigte Eliezer nach Basel zu fahren und mit Herzl persönlich zu sprechen.

Wenn auch erschöpft, antwortete er ihm, dass er fahren würde. Er reiste zusammen mit Hemda nach Basel, doch als sie dort eintrafen erzählte ihm ein Freund, dass Herzl am Tag davor nach Wien abgereist war.

Dieser Freund sandte schnell ein Telegramm an Herzl und schrieb ihm, dass die Ben Yehudas auf dem Weg nach Wien sind, um ihn zu besuchen. Als sie in Wien ankamen, erhielten sie einen weiteren Schlag. Seine Frau sagte, er sei zu einem wichtigen Interview mit Kaiser Franz Joseph gefahren. Herzl hatte sie gebeten, die beiden dringend zu bitten, zum Hotel „Drei Könige“ nach Ischl zu fahren.

Zurück am Bahnhof verpassten die Ben Yehudas knapp den Zug und mussten etliche Stunden auf den nächsten Zug warten. Bei der Ankunft fuhren sie direkt zum Hotel. Der Hotelportier meinte: „Sie sind sicher die Gäste, die Herr Herzl am Bahnhof abholen wollte. Weil Sie aber nicht mit dem Zug ankamen, drückte er sein Bedauern darüber aus, dass er zurück nach Wien und anschließend nach Basel abreisen musste.“

Eliezer hatte nicht genug Geld um weiterhin zu reisen. Sie machten sich auf den Heimweg über Konstantinopel.

WARTEN AUF DIE VERLÄNGERUNG DER ZEITUNGSLIZENZ

Eliezer entschied sich in Konstantinopel zu bleiben, um die Lizenz zur Herausgabe von The Deer zu verlängern, während Hemda nach Hause fuhr. Als er Tag und Nacht Blut spucken musste, war er acht Monate lang an sein Bett gebunden. Eliezer war ein sehr kranker Mann.

Wie das Schicksal es so wollte, machte sich Theodor Herzl nochmal auf den Weg über Konstantinopel, um den deutschen Kaiser zu treffen. Doch Eliezer war zu krank, um sich mit ihm zu treffen! Und außerdem, als Herzl endlich Jerusalem besuchte, war Eliezer immer noch in Konstantinopel. Sogar Hemda konnte bei keinem der Empfänge für die ehrenwerten Gäste teilnehmen, da sie im Bett lag und ihr viertes Kind entbinden sollte. Herzl ließ ihr sagen, dass er sie zu Hause besuchen kommen würde. Doch er kam nicht.

Schließlich entschied Ben Yehuda, als er sich erholt hatte, dass er unbedingt persönlich mit Herzl sprechen muss. Er musste ihn um jeden Preis finden und ihm erklären, wieso eine moderne gesprochene Hebräische Sprache ein strategischer Schlüssel für die nationale Bewegung der Rückkehr der Juden ins Heilige Land ist.

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Theodor Herzl

HERZL ENDLICH

Er nahm einen Zug aus der Türkei nach Wien, und dort trafen sich die beiden Männer endlich. Ben Yehuda erläuterte ihm sehr detailliert seinen Plan das jüdische Volk durch eine gemeinsame Hebräische Sprache zu vereinen. Er sagte ihm, dass es sein Lebenswerk ist eine angemessene Zeitung in Hebräischer Sprache zu veröffentlichen und ein hebräisches Wörterbuch zu schaffen. Er erzählte wie er die Schulen im Land Israel gedrängt hat auf Hebräisch zu unterrichten und wie er Gremien schafft, um über die Hebräischen Wörter zu entscheiden. Aber auch wie er dazu ermutigt die Künste und die Literatur auf Hebräisch zu unterrichten und sogar den ersten jüdischen Landwirten half Hebräisch zu lernen.

Doch Herzl konnte es einfach nicht sehen. Er war überzeugt, dass die beste Sprache für den zukünftigen Staat Deutsch wäre. Herzls Fokus war es die Mitglieder der deutschen kaiserlichen Familie zu überzeugen, den Sultan unter Druck zu setzen, um den Juden eine Gründungsurkunde für ihr Heimatland zu geben. Eliezer Ben Yehuda wusste, dass sowas nicht passieren würde. Er fuhr nach Hause als ein gebrochener Mann. Herzl schrieb in sein Tagebuch über diesen Besuch: „Ich traf auch einen jungen Fanatiker, der versuchte mich zu überzeugen, dass unsere Bewegung es nötig hätte, das Hebräische als unsere nationale Sprache einzuführen!“

ELIEZER AM BODEN ZERSTÖRT

Der Brief von Eliezer an seine Frau lautete ganz anders: „Die Situation ist aussichtslos. Herzl ist überzeugt, dass er dabei Erfolg haben wird, von den Türken eine Gründungsurkunde zu kaufen, und er will über nichts anderes reden. Er hat weder Interesse an der Zeitung, noch am Wörterbuch. Wir sind wahrhaftig
beklagenswerte Leute.“

Ben Yehuda traf sich nie wieder mit Herzl. Einige Historiker sagen, dass Herzl später seinen Fehler verstanden hat und sogar selbst ein paar Lektionen Hebräisch hatte. Außerdem soll er dafür gesorgt haben, dass seine Kinder Hebräisch lernen.

Wir wissen aber, dass Ben Yehuda immer zu Herzl gestanden hat und ihn als den Anführer der Zionistischen Bewegung anerkannte. Herzl hat zwar kein einziges Mal irgendeine seiner Aktivitäten und Bemühungen für die Sache anerkannt. Und doch trauerte Eliezer zutiefst um Herzl, den Vater der Zionistischen Bewegung, als dieser 1904 starb.

Hauptquellen:
„Fulfillment of Prophecy, Eliezer Ben Yehuda”, von Eliezer Ben Yehuda (Enkelsohn) 2008;
„Tongue of the Prophets, The Life Story of Eliezer Ben Yehuda” von Robert St. John 1952;
https://goo.gl/MVmMUK; https://goo.gl/8r29uN
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MAOZ BUCHVERLAG

EINE LEHRE ÜBER DIE TAUFE (IMMERSION)
Ein grundlegendes Element des Wandelns
im Neuen Bund
Von Ari Sorko-Ram

0519 - Teaching on Immersion book

In der jüdischen Kultur gibt es einen starken Widerstand, wenn ein jüdischer Nachfolger Jeschuas sich taufen lässt, weil fälschlicherweise angenommen wird, dass dieser jüdische Mensch dann kein Jude mehr wäre.

Und trotzdem ist die Wassertaufe ein grundlegendes Element für jeden Juden oder Nichtjuden, der im Neuen Bund lebt. Es ist ein Gebot des Messias – keine optionale Wahl. Daher ist es ausschlaggebend für jeden Israelischen Gläubigen zu wissen, warum er oder sie sich taufen lassen sollte und warum Gott diesen Gehorsamsschritt benutzen wird, um seinen/ihren Glauben zu stärken und seine/ihre Fähigkeit zu entwickeln, Seine „stille, sanfte Stimme“ zu hören.

Dieses Buch führt den Leser durch das Alte und Neue Testament – und legt ein fundamentales Verständnis über das Untertauchen. Es wird ganz sicher jedem Leser – ob Jude, oder Nichtjude – neue Erkenntnisse geben!

HEBRÄISCHE ÜBERSETZUNG
GESAMTKOSTEN: $1,300
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RUSSISCHE ÜBERSETZUNG
GESAMTKOSTEN: $1,300
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THE ONE NEW MAN
Von Ari Sorko-Ram

0519 - One New Man book

Der Nahe Osten ist wie kein anderer Ort! In Israel haben wir diea Messianischen Juden als Nachbarn Orthodoxe Juden, die uns verfolgen, muslimische Araber, die uns verachten und wahre christliche Araber, die unsere Mitarbeiter im Erntefeld des Messias sind.

Nur, wie gehen wir mit unserem Mitmenschen um, mit dem wir zusammen The one new man („Ein Neuer Mensch“) sind – geistlich, national und international? Ja, der Neue Mensch ist ein Jude und ein Nichtjude, die zusammen gehen. Aber wie funktioniert das ganz praktisch? Der Leser wird einen überraschenden Kommentar zu Gottes Plan und Ziel für den Neuen Menschem finden.

Hier in Israel gibt es viele Messianische Gemeinden mit russischem Hintergrund, die uns um diese Grundlagenstudien gebeten haben, weil sie vor allem für jüdische Gläubige wichtig sind. Daher werden wir diese beiden Bücher von Ari zum ersten Mal sowohl auf Hebräisch, als auch auf Russisch übersetzen.

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Diese beiden neuen Bücher von Ari gibt es auch auf Englisch. Bestellen Sie heute Ihr Exemplar!

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ISRAEL SCHWENKT NACH RECHTS

Nach einer echten Hängepartie stellte sich heraus, dass die Wahlen vom 09. April Benjamin Netanjahu eine komfortable Mehrheit in Israels Knesset bescherten. Also was sagt dieses Wahlergebnis über Israel?

Erstens, es ist die am weitesten rechts-orientierte Koalition in der Geschichte des modernen Israel. Doch das dramatischste Element, das erst ein paar Tage vor den Wahlen bekannt wurde, war die Ansage von Netanjahu, dass er keinen einzigen Juden (Siedler) aus Judäa und Samaria entwurzeln wird. Er versprach außerdem ein Verfahren zu beginnen, um die Souveränität Israels in gewissen Gebieten, oder sogar in all den Gebieten anzuwenden, die ursprünglich durch Abraham, Isaak und Jakob für Israel bestimmt wurden.

Mit dieser soliden rechten Koalition wartet die Nation nun auf den Friedensplan von Präsident Donald Trump. Die große Mehrheit der Israelis glauben, dass es wenig oder keine Hoffnung auf Frieden gibt, weil die Palästinenser immer noch davon träumen, Israel mit einem Islamischen Staat zu ersetzen.

Es gab eine Zeit in meinem Leben, als die Mehrheit der Israelis sich nach Frieden mit den Palästinensern sehnten und bereit gewesen wären, „die Hälfte des Königreichs“ und mehr als das herzugeben, nur um den Frieden zu sichern. Das waren die Tage, als die links-gerichtete Labor Partei 65 Sitze hatte! Bei den aktuellen Wahlen erhielt Labor sechs Sitze!

Noch im März 2015 sagte der Premierminister zur NBC: „Ich möchte keine Ein-Staaten-Lösung. Ich möchte eine nachhaltige und friedvolle Zwei-Staaten-Lösung, aber damit das geschieht, müssen die Umstände sich ändern.“

Die Umstände haben sich geändert – nicht bei den Palästinensern, sondern bei den Israelis. Der Premierminister und die Menschen aus Israel haben einfach aufgegeben. Der Premier genießt nicht nur die Unterstützung von Präsident Trump, sondern erstaunlicherweise hat er auch die Unterstützung der Jugend aus Israel. Gemäß dem Israelischen Demokratie-Index von 2018 favorisierten 65 % der Israelischen Jugend im Alter von 18–24 Jahren und 53 % derer zwischen 25–34 Jahren die Wiederwahl von Netanjahu, während 17 %, bzw. 33 % seinen eher zentristischen Rivalen Benny Gantz bevorzugten. Die Linke hat seit 1999 keine Wahlen mehr gewonnen.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist der, dass die jüngsten jüdischen Wähler Israels zunehmend Orthodox sind, da die Ultra-Orthodoxen und religiösen Gemeinschaften hohe Geburtenraten haben. Die Statistiken ergeben, dass diese Gemeinschaften schneller wachsen, wenn sie in der Knesset vertreten sind, da ihre Leiter massive Summen Geld für ihre Gemeinschaften anfordern können.

Dieses Phänomen ist nicht gut für die Nation, da die Religiösen viele Millionen Schekel für ihre nicht-arbeitenden Männer und ihre großen Familien abschöpfen. Dieses Geld wird aber dringend benötigt für die Bildungseinrichtungen der Nation. Viele Behörden warnen, dass Israel seine Vorzüglichkeit in der Technologie verliert, wenn nicht mehr Geld für Schulen und Universitäten zur Verfügung stehen wird. Gemäß diesen Wahlen wird das so bald nicht geschehen.

Es wird „gemunkelt“, dass der Premierminister Netanjahu mit General Gantz Verhandlungen führt, um eine Super-Zwei-Parteien-Koalition zu bilden. Viele Israelis glauben, dass das die beste Lösung wäre. Allerdings schätze ich die Chancen dafür als äußerst gering.

Eine starke orthodoxe Vertretung in der Koalition wird zu größerem Widerstand gegen die Messianisch-Jüdische Gemeinschaft führen. Dieser geistliche Kampf wird andauern, bis der große Durchbruch für Erweckung kommen wird. Fürs Erste wird Gott uns zum Gebet und mutigem Handeln aufrufen.

Jede Generation hat seine eigene Rolle in der Geschichte zu spielen, und jede Regierung hat eine Bestimmung in Gottes Plan. Vielleicht wird diese Regierung, auch wenn sie den Nachfolgern Seines Sohnes gegenüber feindlich gesinnt ist, auf irgendeine Art und Weise ihre Rolle darin spielen, um Israels Anwesenheit in seinem verheißenen Land, auf den „Bergen Israels“ in Judäa und Samaria, zu festigen. Es ist genau der Ort, an dem Gott zum ersten Mal Abraham dieses Land für immer versprochen hat.

0519 - Shira votes

Shira bei ihrer Stimmabgabe

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Mai 2019

Liebe Maoz Partner,

wie viele andere messianische Gläubige in Israel, haben auch wir oft tiefe Gespräche mit jemandem, der echtes Interesse an Jeschua, dem Messias zeigt. Oft ist es ein typischer Agnostiker, der wissen möchte, wie wir dazu kamen, an Gott zu glauben, wie wir wissen können, dass Er existiert, und welchen Unterschied unser Glaube in unserem Leben gemacht hat. Genau diesen Men schen geben wir liebend gern eins der Bücher – genau DARUM veröffentlichen wir Bücher!

Immer mehr und mehr Israelis zum Glauben. Daher müssen elementare Lehren der grundlegenden Wahrheiten der Bibel direkt angesprochen werden, vor allem Themen, die aus jüdischer Sicht Fragen oder Probleme hervorbringen. Sowohl die Wassertaufe (Immersion), als auch das Thema von The one new man, dem einen-Neuen-Menschen, werfen viele Fragen auf. Bleibt ein Jude nach der Taufe ein Jude? Bedeutet die Lehre vom „Einen-Neuen-Menschen (The one new man), dass eines Tages alle Juden Teil des christlichen Glaubens werden? Die Klärung der Wahrheiten aus der Schrift im Gegensatz zur menschlichen Tradition, bringt dem messianisch-jüdischen Gläubigen Freude und Stärke.

Ja, wir sind stolz auf die wunderbare Auswahl an Büchern, die wir auf Hebräisch zur Verfügung stellen können, und wir sind entschlossen weiterzumachen mit der Veröffentlichung der besten und relevantesten Bücher, die wir finden können, um den Bedürfnissen der jüdischen Menschen zu begegnen – sowohl der Gläubigen, als auch der noch nicht Gläubigen!

Wie wir schon oft erwähnt haben, sind die Kosten für die Veröffentlichung von Büchern auf Hebräisch sehr hoch. Aber sie sind eines der wertvollsten Werkzeuge, um dem Volk die Errettung und das Ewige Leben zu bringen. Wir alle wissen, dass der Preis für ein einziges wertvolles verlorenes Schaf, das zum Glauben kommt, unschätzbar ist.

Daher beten wir von ganzem Herzen, dass ihr, unsere Partner, uns helfen werdet, dass diese Bücher übersetzt, gesetzt, editiert, gedruckt und in unserer ganzen Nation vertrieben werden, zur Ehre unseres Gottes und der Errettung Israels!

Weil Gott verheißen hat,

Ari und Shira Sorko-Ram

PS: Hier ist ein Wort von Simcha Davidov, einer der Pioniere unter den messianischen Leitern Israels:

„Ich habe viele der wichtigen Bücher gelesen, die Maoz Israel Ministries auf Hebräisch übersetzt hat. Die Übersetzungen sind hervorragend. Einige davon habe ich mehrmals gelesen und habe sie auch anderen zum Lesen weitergegeben. Die von Maoz übersetzten Bücher haben wesentlich bei der Auferbauung der Gläubigen in Israel beigetragen.“

Ob ihr nun diesen Monat extra 10 € für die Bücher geben könnt, oder die Kosten für ein ganzes Buch übernehmt, wir danken euch! Es ist dafür, dass das EVANGELIUM aus Zion ausgeht!

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