Ari und Shira mit ihren beiden Kindern zu Besuch bei Major Saad Haddad von der südlibanesischen Armee.
Maoz Israel Bericht Juni 2021

Der Major und der Millionär

Wie alles begann - Teil 6

Ich kannte George Otis als er noch ein christlicher Millionär war, wovon es nicht viele gab in den 1970er Jahren. Der ehemalige Geschäftsführer der Learjet Corp. hatte diese Karriere aufgegeben und diente den Armen in der ganzen Welt.


Shira Sorko-Ram
Durch Shira Sorko-Ram
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ich kannte George otis als er noch ein christlicher Millionär war, wovon es nicht viele gab in den 1970er Jahren. Der ehemalige Geschäftsführer der Learjet Corp. hatte diese Karriere aufgegeben und diente den Armen in der ganzen Welt.

Er hatte ein besonders tiefes Mitgefühl für das arabische Volk. Als er mal eine Tour nach Israel leitete, reiste er nach Metulla, einem israelischen Dorf an der Grenze zu Libanon, wo Terroristen beide Seiten der Grenze angriffen. Er wollte sich aus erster Hand ein Bild von diesem belagerten Land machen. Dort traf er den libanesischen Militärkommandanten, Major Saad Haddad.

Wie es das Schicksal wollte, wurden die beiden 1979 Freunde und George begann, ihn mit dem Wort Gottes zu ermutigen. Kurz darauf legte Haddad sein Leben in die Hände von Yesua (arabisch für Jesus).

Israels erste Arabische Verbündete

Haddads Sprecher, Francis Resik, erzählte uns kürzlich die ganze Geschichte, wie die Verbindung von Major Haddad und den IDF begann. Das schöne Land Libanon war eine zerbrechliche Mischung aus christlichen und islamischen Arabern, wobei ein Großteil der Führung aus traditionellen Christen bestand. Aber die aufstrebende Palästinensische Befreiungsorganisation (kurz PLO) hatte andere Pläne. 1964 formte der Gründer der PLO, der in Ägypten geborene Yasser Arafat, die arabischen Flüchtlinge in eine neue Volksgruppe um, die er Palästinenser nannte. Er und seine so genannten palästinensischen Terrorkräfte schufen einen Mini-Staat in Jordanien und verursachten ein solches Chaos, dass schließlich im „Schwarzen September“ 1970 König Hussein von Jordanien die PLO bekämpfte und sie aus seinem Land vertrieb.

Arafat und seine palästinensischen Truppen zogen in den Libanon und brachten dschihadistisch gesinnte Kräfte aus vielen verschiedenen arabischen Ländern mit sich. Dort errichtete er einen weiteren Mini-Staat und übernahm schließlich den gesamten Libanon, einschließlich Beirut, das einst als das Paris des Nahen Ostens bezeichnet wurde. Sein Hauptziel war Israel zu zerstören. Aber zur gleichen Zeit, war er versessen darauf, die christliche Bevölkerung des Libanon zu vernichten, wo immer er sie fand.

Um das Jahr 1975 begann die libanesische Armee sich aufzulösen und Major Saad Haddad, ein griechischer Katholik, verließ die Armee mit seiner Brigade von etwa 2.500 libanesischen Soldaten, die aus Christen, Drusen und sogar ein paar Moslems bestand. Er selbst war Bürger von Marjayoun, einem Dorf nahe der Grenze zu Israel, und er stationierte seine Truppen im Südlibanon, um etwa 150.000 Bürger vor dem Abschlachten zu schützen.

Der Preis für den Erhalt dieses Landstrichs war brutal, und als das Morden weiterging, begannen Major Haddad und seine Truppen, ihre Verwundeten an die israelische Grenze zu bringen und um Hilfe zu bitten. Israel richtete eine medizinische Feldeinheit ein, und so begann ein tragischer Zustrom an verwundeten Libanesen über die Grenze in israelische Krankenhäuser. Diese Öffnung der Grenze wurde als der „Gute Zaun“ bekannt. In einem Bericht hieß es, dass zeitweise ein Drittel aller Patienten in Israels nördlichen Krankenhäusern Libanesen waren.

1978 hatte die israelische Nation endgültig die Nase voll von terroristischen Angriffen aus dem Libanon. In der „Litani Operation“ überquerten die israelischen Verteidigungskräfte die Grenze und übernahmen die Kontrolle über den Südlibanon bis zum Litani-Fluss. Das Ergebnis dieser Operation war eine libanesische Pufferzone, etwa 80 Meilen lang und ein paar Meilen breit. Israels Premierminister kam an die Grenze und sagte zu Major Haddad: „Es gehört alles Ihnen!“ In kurzer Zeit hatte Haddad die loyale Unterstützung aller religiöser Gruppen in der Region gewonnen und wurde das unbestrittene Oberhaupt des „Freien Libanon“.

Mit seinem neu gefundenen Glauben überzeugte er sein Volk sogar, 5.000 Muslimen, die auf der falschen Seite gekämpft hatten, die Rückkehr in ihre Heimat zu erlauben. „Wir müssen ihnen vergeben“, sagte er zu seinen christlichen Bürgern. Die Muslime waren dankbar und es herrschte eine starke Einheit, trotz der Mischung der Religionen im Freien Libanon. Und die Südlibanon-Armee (SLA) wurde ein treuer Verbündeter, der Seite an Seite mit der IDF gegen die PLO kämpfte (die sich schließlich in die heutige Hisbollah verwandelte).

Häuser in Metulla, Israel, überblicken den schönen Libanon.

Wir fühlen uns von den Christen vergessen“

Als ihre Freundschaft wuchs, wollte Otis von Haddad wissen, was amerikanische Gläubige für ihn tun könnten. Seine Antwort war, dass der Freie Libanon eine Radiostation brauche. Haddad war der Meinung, dass dies ein verbindender Faktor für die 150.000 Bürger in den vielen isolierten Dörfern sein würde. Außerdem äußerte er den Wunsch, dass sein Volk die Möglichkeit haben sollte, die Gute Nachricht der Bibel zu hören. Er drängte George auch, arabisch sprechende Evangelisten zu finden, die sein Volk über das Radio lehren sollten. (Dies war ein gefährliches Unterfangen, da in vielen arabischen Ländern auf die Bekehrung eines Moslems zum Christentum die Todesstrafe steht.)

Otis sah das Elend des libanesischen Volkes, das um sein Leben kämpfte. Er verstand, wieso Haddad darum flehte, dass jemand kommen und seinem Volk helfen möge. Haddad und sein Volk fühlten sich vom Rest der christlichen Welt im Stich gelassen. Er sagte zu George: „Es ist, als ob uns alle hier vergessen hätten. Es ist sozusagen ein Völkermord und niemand kümmert sich darum.“ Selbst die israelischen Medien fragten sich laut, warum die Christen diesen Völkermord ignorieren. (Insgesamt wurden etwa 90.000 Libanesen getötet.)

George wusste, dass er vom Herrn beauftragt war, den Menschen zu dienen, die im Libanon so sehr litten. Er sagte allen, die zuhören wollten: „Niemand in Amerika kann sich die Angst, den Schmerz und die Verzweiflung vorstellen, die im Libanon herrscht.“

Das Arazim Hotel in Metulla, Israel; der Treffpunkt, an dem sich IDF-Kommandeure und Major Saad Haddad trafen, um die Aktionen ihrer beiden Armeen zu synchronisieren. Es war auch der Ort, an dem der Radiosender „Stimme der Hoffnung“ von George Otis geboren wurde

Was konnten wir tun?

Wir haben uns schon immer zu Pionieren hingezogen gefühlt. Und so waren wir begeistert, als George, ein Medienmann und ein alter Freund von uns aus den Staaten, diesen ersten christlichen Radiosender im kriegsgebeutelten Libanon startete und ihn nach Israel ausstrahlte. Als wir ihm dabei zusahen, wie er von Sieg zu Sieg (d.h. eine Schlacht nach der anderen) ging, war eine der Lektionen, die wir von George lernten, innezuhalten und an Ort und Stelle für jedes Detail zu beten, das er in Erwägung zog, bevor er weiterging.

Unsere wachsende Gemeinde in Netanya sah auch die Bedeutung dieser Gelegenheit, die libanesischen Araber mit dem Evangelium zu erreichen. Wir hatten tatsächlich einen wiedergeborenen israelischen Araber in unserer Gemeinde, der an der Hebräischen Universität studierte, und der bereit war, beim Sender mitzuarbeiten.

Wir waren in ständigem Kontakt mit George, und unsere Mitglieder halfen, indem sie Kinder ab zwei Jahren aus verschiedenen libanesischen Familien für jeweils ein paar Tage aufnahmen, um sie aus dem Kriegsgebiet zu holen – vor allem aus Haddads Armee. Der Sohn von Rezik (Haddads Sprecher) lebte im Teenageralter ein Jahr lang in unserem Haus, damit er die High-School an der amerikanischen Schule beenden konnte.

George war ein Energiebündel mit einem sehr bescheidenen Geist. Seine mutigen Taten, um dem libanesischen Volk zu helfen, wurden in ganz Israel anerkannt. Und Otis war auch für sein Engagement für Israel bekannt. Die Premierminister Yitzhak Rabin, Menachem Begin und Shimon Peres dankten ihm persönlich für seinen Beitrag zum Wohl sowohl der Araber als auch der Juden.

Major Saad Haddad und George Otis (rechts) verkünden den Start des Radiosenders „Stimme der Hoffnung“ im Freien Libanon. Hinten, zweiter von rechts, SLA-Sprecher Francis Rezik.

Radio wird zum Feind Nummer eins

Es war 1982. Schon seit drei Jahren erreichte Georges Radiosender, die „Stimme der Hoffnung“, den größten Teil Galiläas. Die IDF, die viele Opfer zu beklagen hatten, half George auf jede erdenkliche Weise. Die Predigten auf Arabisch wurden auch von vielen sephardischen Juden in Israel verstanden. Und jedes Mal, wenn Ari und ich in Galiläa unterwegs waren, wurde uns bewusst, was für ein Wunder es war, Bob Dylan über Funk singen zu hören: „You gotta serve somebody“, oder Andrae Crouch schmettern zu hören: „Through it all!“ Und die Libanesen wurden Fans der Gospelsongs von Dolly Parton! Wir waren uns völlig bewusst, dass zum ersten Mal in der Geschichte Gospelmusik über die Luftwege rund um den See Genezareth und die umliegenden Städte und Dörfer schwappte.

David, ein junger, tapferer Amerikaner, der auf der israelischen Seite der Grenze lebte, moderierte eine Radiosendung und strahlte alle 15 Minuten eine einminütige Bibellesung aus. Der Sender wurde zum Feind Nummer eins für die Terroristen, die den Freien Libanon angriffen. David erzählte uns, dass er und sein Dolmetscher eines Tages in ihrem Volkswagen den „Guten Zaun“ überquerten und auf dem Weg zur Radiostation in Marjayoun waren. Plötzlich flogen Raketen auf ihr Auto zu.

Eine nach der anderen, schlugen sie jedes Mal näher ein. David schrie zum Herrn und sah plötzlich in einer Vision, wie ein riesiger Engel eine dieser Raketen auffing und sie direkt in die Richtung zurückwarf, aus der sie kam. Sofort hörten die Raketen auf.

Die Truppen der Palästinensischen Befreiungsorganisation marschieren nach der Eroberung von Libanons Hauptstadt, Beirut.

Nicht nur Radio

Auf Georges Wunsch hin reisten wir mit unseren beiden Kindern in die Grenzstadt Metulla. Die Stadt sah ein bisschen aus wie ein Dorf in der Schweiz; die Häuser wurden von südlibanesischen Zimmerleuten gebaut, die ein Holz mitbrachten, das man in Israel nicht bekommen konnte – Zedern aus dem Libanon.

Auf unserem Weg zum Radiosender passierten wir den berühmten „Guten Zaun“, der es Israelis und Libanesen erlaubte, die Grenzen ihrer Länder zu überschreiten. Das erste, was mir auffiel, waren die Autos auf der Straße – Autos ohne Nummernschilder, die mit sehr hoher Geschwindigkeit von Kindern gefahren wurden, die aussahen, als wären sie in ihren frühen Teenagerjahren.

George stellte uns Major Haddad vor und gemeinsam setzten wir uns zu einem Essen an den Tisch. Wir wussten, dass wir in der Gegenwart von zwei Männern saßen, die Geschichte machten. Als Haddad George ermächtigte, ein neues Projekt zu starten – einen Fernsehsender für das Evangelium im Libanon – fragte George uns, ob wir es übernehmen wollten. Wir hatten beide in der Filmwelt gearbeitet, und so überlegten wir es uns sorgfältig und beteten ernsthaft, dass Gottes Wille geschehen möge. Schließlich begriffen wir die enorme Dimension eines solchen Vorhabens – sowohl in technischer als auch in finanzieller Hinsicht – und das mitten in einem Kriegsgebiet! Vor allem aber spürten wir, dass Gott uns berufen hatte, eine Gemeinde und einen Dienst in der Gegend von Tel Aviv aufzubauen.

Am Ende haben wir Nein gesagt. Dennoch wollten wir uns für die Sache einsetzen und produzierten für George einen Werbeclip, um das Bewusstsein und die Finanzen für diese spektakuläre Gelegenheit zur Verbreitung des Evangeliums im Libanon, in Israel und dem Nahen Osten zu erhöhen.

Das Vermächtnis von Major Saad Haddad

Haddad war eine einzigartige Führungspersönlichkeit in einer unbeständigen Periode der Geschichte Israels und des Libanon. Er hatte die meiste Zeit seines Lebens in unerbittlicher Gefahr gelebt und Gerüchte begannen durchzusickern, dass die ständige Intensität einen Tribut von seinem Körper forderte. Traurigerweise starb Major Saad Haddad 1984 an Krebs, aber die Früchte seiner Bemühungen werden sicherlich für immer bleiben.

Er und seine Truppen wurden wirklich von ganz Israel geliebt. Unser Freund, Francis Rezik, Major Haddads Sprecher, erklärte Ari und mir, warum Israel ihnen so viel bedeutete. „Israel ist unser doppelter Retter. Zuerst gab es uns den Messias, der uns geistlich gerettet hat. Dann rettete es uns vor der physischen Zerstörung. Die Wurzeln unseres Christentums liegen bei den Juden. Warum sollten wir nicht Israels Verbündete sein?“

Zur Beerdigung von Major Saad Haddad reisten Israels Premierminister Shamir und sein Kabinett in den Libanon, um an der Beerdigung in seinem Dorf teilzunehmen.

Der „Gute Zaun“ präsentiert das Banner des Radiosenders „Stimme der Hoffnung“.
Credit: GPO

40 Jahre und mehr

Major Saad Haddad hatte nur fünf Jahre seines Lebens, um das Evangelium seinem libanesischen Volk zu bringen. Durch göttliche Intervention traf George Otis auf Major Haddad und mit Georges Kühnheit und Unternehmergeist errichteten sie in voller Zusammenarbeit mit den israelischen Verteidigungskräften zwei mächtige geistliche Kriegswaffen, die das Evangelium in die trockenen und durstigen Länder des Nahen Ostens gebracht haben. Er war ein Licht für sein Volk und für Israel.

Was George betrifft, so startete er METV, Middle East Television, den allerersten Glaubenssender, der die israelische Nation zusammen mit den umliegenden arabischen Nationen erreichte, und übergab ihn schließlich an CBN. Der englische Sender strahlte eine Mischung aus familienfreundlichen Filmen und Sport, sowie christlichen Fernsehsendungen, Musik und Gottesdiensten mit arabischem Untertitel aus. Bis in die frühen 90er Jahre, als das Kabelfernsehen in Israel eingeführt wurde, war METV einer von ganz wenigen Kanälen, die den Israelis zur Verfügung standen.

Heute ist METV im Besitz des messianischen Juden Sid Roth; er hat eine erstaunliche Reichweite und erreicht 150 Millionen Zuschauer in 25 Nationen im Nahen Osten, einschließlich Israel, Syrien, Irak, Ägypten, Jordanien, Sudan und mehr. Er verfolgt weiterhin die gleiche Vision und sendet von Zypern aus über einen israelischen Satelliten, und jeder Haushalt in Israel mit einem Fernseher kann METV empfangen.

Der Radiosender „Stimme der Hoffnung“ hat seit seiner Gründung kontinuierlich gesendet – mit Ausnahme von zwei Unterbrechungen. Eine wurde durch einen Selbstmordattentäter Mitte der 1980er Jahre verursacht, der die libanesischen Wachen, die das Gelände schützten, tötete. Innerhalb von 12 Stunden war der Sender wieder im Einsatz. Das zweite Mal war, als Israel im Jahr 2000 aus dem Libanon abzog. Als Israel ging, verstummte die Stimme der Hoffnung. Innerhalb von 40 Stunden war sie jedoch wieder auf Sendung – diesmal aus dem Inneren Israels!

Der Sender war nicht das Einzige, das nach dem Abzug Israels nach Israel überlief. Mehrere tausend Soldaten der südlibanesischen Armee und ihre Familien erhielten von Israel die Staatsbürgerschaft. Unter ihnen waren Familien, die für das Evangelium offen waren. Unser lieber Freund, Pastor Joseph Haddad (nicht verwandt mit dem Major), dessen Frau Libanesin ist, leitete eine libanesische Gemeinde, darunter auch SLA-Familien, die nach Israel geflohen waren. Maoz-Unterstützer spendeten fast zwei Jahrzehnte lang ein monatliches Opfer, um den Pastor in seinem Vollzeitdienst unter den Libanesen zu unterstützen.

Währenddessen zog sich zwischen 1982 und 2000 der immer wiederkehrende libanesisch-israelische Krieg hin. Im Sommer 1982, nach einem PLO-Angriff entlang der israelischen Küstenstraße und der versuchten Ermordung des israelischen Botschafters im Vereinten Königreich, marschierte Israel am 6. Juni 1982 erneut in den Libanon ein, im Bündnis mit Major Saad Haddads christlichen und drusischen Truppen. Da Ari in seinen 30ern war, als er nach Israel einwanderte, leistete er seinen jährlichen Reservistendienst in einer IDF-Informationseinheit.

1983 wagte er sich in den Libanon, nicht nur um für die Freiheit des Südlibanon gegen die PLO zu kämpfen, sondern auch für die Freiheit seines eigenen Volkes von geistlicher Knechtschaft.

Fortsetzung im nächsten Monat…

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