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Maoz Israel Bericht Mai 2020

Die Bibel kommt nach Amerika

Die Drangsalierung und Hinrichtung bibelgläubiger Christen wurden während des gesamten 16. Jahrhunderts von den Päpsten und katholischen Herrschern vorangetrieben. Dann führte eine Reihe von glücklichen Zufällen dazu, dass Englands berühmter König Heinrich VIII.


Shira Sorko-Ram
Durch Shira Sorko-Ram
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Die Drangsalierung und Hinrichtung bibelgläubiger Christen wurden während des gesamten 16. Jahrhunderts von den Päpsten und katholischen Herrschern vorangetrieben. Dann führte eine Reihe von glücklichen Zufällen dazu, dass Englands berühmter König Heinrich VIII. sich der katholischen Kirche und ihrer päpstlichen Kontrolle entledigte und sich selbst zum Oberhaupt der neuen Kirche von England (die als Anglikanische Kirche bekannt werden sollte) erklärte. Er tat dies, weil der Papst ihm die Scheidung von seiner Frau verweigerte, die nicht in der Lage war, ihm einen Thronfolger zu gebären.

Es überrascht nicht, dass all die schamlose Kontrolle und die totale Korruption der katholischen Kirche rasch auf die königliche Führung der neu geschaff enen anglikanischen Kirche übergingen. Als eine Gruppe, die sich die Pilger nannte, wenig Veränderung in der Lehre und den Werken feststellen konnte, versammelten sie sich weiterhin im Geheimen, um entsprechend ihrem Verständnis der Bibel Gottesdienst zu feiern.

Einige Zeit nach dem Tod Heinrichs VIII. übernahm seine Tochter Königin „Bloody Mary“ den Thron. Sie war entschlossen, England zum Katholizismus zurückzuführen. Sie verbrannte fast 300 anglikanische Gelehrte auf dem Scheiterhaufen, während weitere 800 auf das Festland fl ohen. Viele von ihnen gingen nach Genf und studierten bei John Calvin.

Ausgerechnet diese Bibelwissenschaftler übersetzten schließlich die allererste englische Version ausschließlich aus den Originalsprachen, die sogenannte Genfer Bibel. Sie wurde im Jahr 1560 gedruckt – etwa 50 Jahre vor der King James Version. Fast niemand hat heutzutage von dieser Bibel gehört, aber Generationen lang war sie bei vielen Protestanten, einschließlich der Pilger, beliebt.

Titelblatt der ersten Ausgabe der Autorisierten Bibel von 1611 Quelle: Wikipedia

Aber warum forderte ein britischer König dann eine weitere neue englische Übersetzung, wenn eine solche gerade erst fertiggestellt worden war? König James I. war beleidigt durch die Randbemerkungen, die neben den Bibelversen in der von Calvin beeinfl ussten Genfer Bibel abgedruckt waren; sie lehrten, dass das Gesetz Gottes über den König herrsche! Gott, nicht der König, war der Allerhöchste! König James I. wollte eine Version ohne diese Anmerkungen.

Tatsächlich sollte der König trotz seiner verdorbenen Beweggründe die Unvermeidbarkeit von Gottes Wort beweisen: „Denn selbst der Grimm des Menschen wird dich preisen“. (Psalm 76,11) Nämlich die Gelehrten des Königs sollten die am meisten verbreitete Version aller Zeiten übersetzen – die King James Bibel.

Eine weitere Hungersnot nach Gottes Wort

Im Jahr 1620 gingen 102 Pilger an Bord des Schiff es Mayfl ower und segelten mit ihren Genfer Bibeln nach Amerika. Sie waren auf der Suche nach einem Land, in dem sie Gott nach den Worten der Bibel anbeten konnten. Den ersten Winter überlebten nur 52 von ihnen. Nur ihr Glaube gab ihnen Halt, obwohl sie nicht ahnen konnten, welch großartige Nation sie hervorbringen würden.

Als die Bevölkerung in der Neuen Welt immer mehr zunahm, wurden mehr Bibeln benötigt. Leider gab es in Amerika keine Presse, die eine Bibel drucken konnte. Außerdem, ob man es glaubt oder nicht, konnten Bibeln nach britischem Recht nur in England gedruckt werden. Und da Großbritannien in ständigem Konfl ikt mit den Kolonien stand, weigerten sie sich, Bibeln in die Neue Welt zu verschicken.

Das Wort Gottes wurde in den Kolonien knapp. Es sollte 160 Jahre nach der Ankunft der Mayfl ower Pilger dauern, bis der Druck der ersten King James Bibel mit dem Titel „Die Bibel der Revolution“ am 12. September 1782 durch ein Gesetz des Kongresses genehmigt wurde.

Ihr Glaube ebnete den Weg

Vor vielen Jahren erzählte uns mein Universitätsprofessor, wie die frühen englischen Pioniere bei ihrer Ankunft in den Neuen Welt nach einem Ort suchten, an dem sie Gott frei anbeten konnten. Im Gegensatz dazu wurden die südamerikanischen Nationen von spanischen und portugiesischen Konquistadoren gegründet, die auf der Jagd nach Gold waren. Die meisten dieser Nationen haben jahrhundertelang unter großer Armut und Kriminalität und wenig Zugang zur Bibel gelitten.

Die römisch­katholische Kirche hat diese Nationen dominiert, und wo immer sie die Oberhand hatte, führte sie einen andauernden erbitterten Krieg gegen die Protestanten und ihre „landessprachlichen“ Bibeln. Tatsächlich war bis ins 20. Jahrhundert die lateinische Vulgata (eine schon längst tote Sprache) die einzige Übersetzung, die die katholische Kirche zuließ.

Aber Gott hat die Menschen mit spanischer und portugiesischer Sprache nicht vergessen. In den letzten Jahrzehnten erleben viele Nationen in Südamerika eine große Erweckung und ein unglaubliches Wachstum evangelikaler und pfi ngstlerischer Kirchen. Sie sind dabei, die Fesseln einer Religion abzuschütteln, die ihre Mitglieder bis vor kurzem noch davon abhielt, die Bibel zu lesen.

Bibelübersetzungen nehmen exponentiell zu

Was die Protestanten betriff t, wurde die Übersetzung der Bibel in andere Sprachen ab den 1800er Jahren zu einer regelrechten Leidenschaft – vor allem in englischsprachigen Ländern. In jenem Jahrhundert erhielten 400 neue Sprachgruppen eine Übersetzung, darunter auch die erste chinesische Bibel. (Eine genauere chinesische Bibel wurde 1992 fertiggestellt.) Später, in den 75 Jahren seit Bestehen der Wycliff e­Bibelübersetzer, gelang es ihnen, die Bibel in 67 Jahren in 500 Sprachen zu übersetzen. Die nächsten 500 Übersetzungen dauerten nur 17 Jahre!

Heute ist die Bibel das am häufi gsten übersetzte Buch der Welt. Dennoch ist noch viel mehr Arbeit zu tun. Gegenwärtig gibt es über 7.000 Sprachen in der Welt. Aber eine Wahrheit vereint diese Übersetzer: Die Übersetzung von Bibeln in neue Sprachen wird als entscheidend für die Verbreitung des Wortes Gottes angesehen.

Tatsache ist, dass in unserer heutigen Generation die Technologie zur Übersetzung der Bibel die Welt weit mehr verändert hat, als die Druckpresse in den 1400er Jahren. Der Mensch wird nun in den nächsten Jahren durch Digitaldruck und Internet in der Lage sein, die Bibel in buchstäblich alle Sprachen der Welt zu übersetzen und zu veröff entlichen!

Quelle: Wikipedia

Ein Plan der zehn verbündeten Bibelagenturen

Im Jahr 2010 fand eines der wichtigsten Treff en der Weltgeschichte statt. Zehn der größten Bibelübersetzungsagenturen kamen zusammen, um zu bestimmen, wie sie die „Bibel armut“ in der Welt ausmerzen können. Aus diesem Treffen ging die Allianz „Every Tribe Every Nation“ (ETEN) – übersetzt: Alle Völker, alle Nationen – hervor, bei der sich alle darauf einigten, ihre Ressourcen zu bündeln und mit dem Ziel zusammenzuarbeiten, bis zum Jahr 2033 zumindest einen Teil der Heiligen Schrift in jede lebende Sprache übersetzen zu lassen!

Ihr Ziel ist es, in jeder Sprache genügend Bibeltexte zu produzieren, so dass die Botschaft der Errettung klar wird. Mit Hilfe von mehr als 500 Jahren kollektiver Erfahrung machten sich diese zehn Organisationen daran, Bibeln zu übersetzen und zu veröffentlichen, und das nahezu mit Lichtgeschwindigkeit!

Noch dreizehn Jahre

Der Plan, diese monumentale Aufgabe in nur 13 weiteren Jahren zu vollenden, ist also in vollem Gange. Sie haben sich entschieden, ihr Logo beiseite zu legen, um dieses Ziel zu erreichen. Die Zusammenarbeit stellt sicher, dass es keine Doppelarbeit unter den Agenturen gibt, und sie tauschen Daten, Sprachen und Techniken für die schnellsten und genauesten Übersetzungen aus.

Die Technologie hat praktisch jeden Schritt der Bibelübersetzungunterstützt. Wo früher Bibelübersetzungen 25–30 Jahre dauerten, haben Fortschritte in der Technologie es ermöglicht, neue Sprachen in einem Bruchteil der Zeit zu übersetzen. Mittlerweile haben die Bibelagenturen mithilfe einer digitalen Bibelbibliothek über 2.100 Versionen der Bibel ins Internet gestellt, die über sechs Milliarden Menschen kostenlos zur Verfügung stehen!

Aber Gott hat noch mehr Technologie parat, um sein Wort in die Welt zu tragen. Einer von mehreren Plänen zur Versorgung der Ärmsten der Welt mit Hochgeschwindigkeits-Internet ist eine Erfindung von Elon Musk, CEO von SpaceX. Er plant, Tausende von Satelliten etwa 700 Meilen über der Erdoberfläche zu starten, um das größte Breitbandnetzwerk aller Zeiten zu schaffen.

Was auch immer die primären Absichten von Musk für dieses Netzwerk sein mögen, seine Technologie oder die eines anderen Unternehmens wird den Zugriff auf die Bibel von jedem Gerät weltweit ermöglichen, das mit dem Internet verbunden werden kann.

Bücher sind immer noch an erster Stelle

Seit der protestantischen Reformation sind schätzungsweise über 6 Milliar den Bibeln gedruckt worden, wobei jährlich hundert Millionen neue Bibeln in Papierform verkauft werden!

Mein Bruder, Gilbert Lindsay, druckt seit drei Jahrzehnten Bibeln in Weißrussland. Er kam im November 1990 nach Minsk, gerade mal ein Jahr nach der Auflösung der Sowjetunion. Wie durch ein Wunder wurde ihm erlaubt zu bleiben. In den letzten 30 Jahren hat Gilbert 30 bis 40 Millionen Bibeln für 115 Länder in etwa 100 Sprachen gedruckt.

Als ich kürzlich mit ihm sprach, hatte er gerade 80.000 Bibeln in den Süd-Sudan verschickt – eines der trostlosesten und gefährlichsten Länder der Welt. Gegenwärtig arbeitet er an Aufträgen in folgenden Sprachen: Polnisch, Französisch, Chinesisch, Bulgarisch, Laotisch, Asang Khongca und Thai. Seine spanische Ausgabe wird in viele südamerikanische Länder geliefert, darunter auch an die geplagte Nation Venezuela. Tatsächlich hat er gerade eine Million Neue Testamente nach Papua-Neuguinea geschickt, die in deren Schulen verwendet werden sollen!

Ari & Shira treffen sich mit Bibelwissenschaftlern für das Projekt Narrated Bible

Eine weitere wundersame Komponente

Es gibt noch eine weitere Ergänzung, um diese Geschichte abzurunden. Ein Zeichen. Ein Wunder. Ein Meisterwerk des göttlichen Wirkens in dieser Endzeit. Ich habe es ausgerechnet in der New York Times gefunden. Offensichtlich hatten sie keine Ahnung, dass sie in diesem Artikel auf der Titelseite prophetisch schreiben:

„Vor einem halben Jahrhundert war die Mehrheit der Weltbevöl kerung schon immer Analphabeten; jetzt nähern wir uns einer Alphabetisierungsrate von 90 Prozent bei Erwachsenen. Besonders große Fortschritte gab es bei der Schulausbildung für Mädchen – und nur wenige Faktoren verändern die Welt so sehr wie Bildung und die Förderung der Frauen. In diesem 21. Jahrhundert ist es gelungen, Krankheiten, Analphabetismus und extremste Armut zu beseitigen. Noch vor sechzig Jahren waren die meisten Menschen auf der Welt seit jeher Analphabeten und lebten in extremer Armut. Innerhalb weniger Jahrzehnte können Analphabetismus und extreme Armut fast vollständig beseitigt werden.“ New York Times, 30. Dezember 2019.

Erkennen wir noch ein weiteres Zeichen dafür, dass das Kommen des Herrn nahe ist? Hier ist es: Der Apostel Johannes sah in seiner Vision vom Himmel die erlösten Heiligen, die im Himmel waren – „eine große Schar, die niemand zählen konnte …“

Sie kamen „aus allen Nationen und Stämmen und Völkern und Sprachen; die standen vor dem Thron und vor dem Lamm.“ (Off enbarung 7,9)

Gott hat bestimmt, dass innerhalb einer Generation die ganze Welt zum ersten Mal in der Geschichte lesen und schreiben kann!

Darüber hinaus hat Er Männern und Frauen die Fähigkeit gegeben, ein Kommunikationsmittel zu schaff en, das bis in die entferntesten Winkel der Erde reicht.

Und Er hat heldenhafte Übersetzer herangezogen, die sich dafür einsetzen, dass die Bibel in jede einzelne Sprachgruppe der Welt gebracht wird.

Die Heilige Schrift sagt voraus, dass am Ende dieses Zeitalters das Evangelium jede einzelne Nation, jeden Stamm, jedes Volk und jede Sprache erreicht haben wird. Wir haben es fast geschafft!

Ich schließe diesen Artikel mit tiefer Dankbarkeit und Begeisterung darüber, dass wir in Abstimmung mit der Israelischen Bibelgesellschaft und den wunderbaren, treuen Partnern von Maoz einen kleinen Beitrag dazu leisten konnten, dass keine Volksgruppe ohne eine Bibel bleibt, die sie verstehen kann – auch Israel nicht.

Maoz wird demnächst „The Narrated Bible in Chronological Order” (Die erzählte Bibel in chronologischer Reihenfolge) in modernem Hebräisch veröff entlichen! Sie wird es unzähligen Israelis ermöglichen, zum ersten Mal in der modernen Geschichte Israels die hebräische Sprache des Alten und Neuen Testaments zu lesen und leichter zu verstehen. Unsere Maoz­Partner haben alle erforderlichen Mittel (539.000 USD) für die Veröff entlichung dieser Bibel bereitgestellt, und wir beabsichtigen, sie bis Ende 2020 auf den Markt zu bringen!

https://outreachmagazine.com/features/global/42457-a-bible-for-every-language.html

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